Statements

Dr. Reiner Brettenthaler
Präsident Österreichische Ärztekammer

Durch die Gesundheitsreform ist eine wahre Flut neuer bürokratischer Auflagen und Vorschriften auf die Ärzteschaft niedergegangen. Ärztinnen und Ärzte müssen sich in einer nie dagewesenen Form mit Protokollen und Dokumentationen für ihr Tun rechtfertigen und Tätigkeiten von Sekretärinnen und Bürogehilfen übernehmen. Verwaltungsaufgaben ohne sachlich medizinische Notwendigkeit sind aber die größten Zeitfresser bei der ärztlichen Tätigkeit. Leidtragende sind die Patienten, für die es immer weniger Zeit gibt. Dagegen wehren wir uns. Wir fordern einen Bürokratiestopp und den Abbau sinnloser und kontraproduktiver Bürokratieschikanen!

Dr. Harald Mayer
Obmann Bundeskurie Angestellte Ärzte Österreichische Ärztekammer

Seit Einführung der leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung 1997 sind Spitalsärztinnen und –ärzte gezwungen, Schreibarbeit zu erledigen, die lediglich der Spitalsverwaltung nützt, aber mit der Arbeit an Patienten nichts zu tun hat. Ärzte in Krankenhäusern können deshalb nur noch 63 Prozent ihrer Zeit für die Betreuung der Patienten aufwenden. Turnusärzte verbringen die Hälfte ihrer Arbeitszeit am Schreibtisch und vor dem Computer statt mit zu Visiten zu gehen und die Zeit in ihre Ausbildung zu investieren. Das alles bei ungesetzlichen langen Arbeitszeiten von über 100 Wochenstunden und mehr. Wir sagen: Jetzt reicht’s. Wir Spitalsärzte wollen uns wieder um unsere Patienten kümmern. Und zwar Vollzeit. Deshalb sind wir für einen Bürokratie-Stopp und die Anstellung von Dokumentationsassistenten für die Schreibarbeit im Spital.

Dr. Günther Wawrowsky
Geschäftsführender Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte

Neue chefärztliche Bewilligungspflicht, neuer Erstattungskodex, neue Medizinproduktebetreiberverordnung, neue Röntgenkonstanzprüfung, neue Qualitätssicherungsvorschriften, neue Disease Management Programme - die Verordnungswut der Gesundheitsbürokratie hat gigantische Formen angenommen

Kein Ordinationstag ohne Stress mit der chefärztlichen Bewilligungsbürokratie, ohne Formulararbeit, ohne Prüf- und Kontrollmaßnahmen. Patienten werden um Zeit für Gespräche gebracht. Menschliche Nähe bleibt auf der Strecke. Als niedergelassene Ärzte wehren uns gegen diese zu -Tode -Verwaltung der Medizin. Wir sind keine Handlanger einer durch Bürokratie bemäntelten Rationierungspolitik. Deshalb fordern wir einen Stopp überflüssiger Bürokratie in den Ordinationen und neue flexible Zusammenarbeitsformen, die uns Delegation unvermeidbarer Verwaltungsaufgaben erleichtert. Denn, wo die Bürokratie endet, da beginnt der Mensch. Dafür kämpfen wir – als Ärzte und Menschen.

Schildern Sie uns hier Ihr Mega-Bürokratie-Erlebnis!

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