Hier schildern Sie Ihren Kampf mit der Bürokratie


Schildern Sie uns hier Ihr Mega-Bürokratie-Erlebnis!


Franz Burghuber aus 4150 Rohrbach:

Arzneimittelbewilligung: Früher hat im Regelfall das Anführen der Diagnose am Rezept genügt. Jetzt müssen wir das ABS benutzen und zusätzlich eine umständliche und damit zeitaufwändige Dokumentation anlegen. Das Wort "Dokumentation" wird als Euphemismus für Bürokratie verwendet.

Dr. Norbert Keiblinger aus 4813 Altmünster:

Als unfallchir. Fachärzte verbringen wir mindestens 50% unsererZeit in der Ambulanz mit Ausfüllen von Zettel und Bedienen des Computers. Für den Pat. bleibt immer weniger Zeit, die Wartezeiten werden immer länger. Als Facharzt fühlt man sich in der Kompetenz hinterfragt, wenn ambulant zugewiesene MR od. CT-Untersuchungen vom Chefarzt abgestempelt werden müssen, umso mehr, wenn dies im Vorraum durch die Sekretärin gemacht wird!

Praxisgemeinschaft Dr Ursula Dr Katharina Dr Hannes Strand Gemeinschaftspraxis Lehrpraxis Strand aus 4730 Waizenkirchen:

Täglich seit 26 Jahren füllen wir betreffs der Fortsetzung der Praxisphysikotherapie über die 6. Serie hinaus höfliche Ansuchen an den löblichen Chefarzt der GKK um Ersuchen der Fortsetzung aus. Diese Ansuchen sind KEIN EINZIGES MAL abgelehnt worden. Wozu soll das gut sein, außer über den Ärger darüber den Versicherten der Krankenkassen gegenüber restriktiv zu sein. Weshalb soll ein Angestellter der Gkk das beurteilen können, denn lt Aussagen von Insidern wird dies von Mitarbeitern abgestempelt!!!!

Dr med univ Hannes Strand aus 4730 Waizenkirchen:

Bei telefonischen Anfragen bei der Servicestelle wurde mir mehrmals persönlich von GKK Mitarbeiter(inne)n mitgeteilt, dass mir ausnahmsweise die eine oder andere Rezeptur genehmigt werde. Es wurde die eher aggressive Antwort nötig, dass MIR gar nichts genehmigt würde, sondern dass wir alle als Vetragspartner von den Versicherten bezahlt werden. Wir sind also nur den Patienten gegenüber verpflichtet. Es wird von Seiten der Kassen immer wieder versucht, Verantwortung und schlechtes Gewissen den Verordnern aufzuoktroyieren. Wie man aus diversen Kassenstatistiken sieht, ist das gelungen. WEHRET DEN ANFÄNGEN!!

Landarzt Hannes Strand aus 4730 Hueberstr 9:

Das Unwort CHEFARZT bedarf dringlicher Abschaffung, auch wenn es unsere Kollegen oder wir selber sind. Wessen Chef ist wohl der Chefarzt? Kontrollarzt oder Ökonomiekontrollor wären Alternativen. Leider fehlt nach eigenen Aussagen mehrerer Freunde im Kontrollärztlichen Dienst aber die plötzlich geforderte Qualitätskontrolle im Kontrollverhalten der Ökonomie und die entsprechende Ausbildung. Die Kollegen müßten wohl BWL oder Ähnliches nachinskribieren.

Dr.med. Reinhard Aumayr aus 4072 Alkoven:

Herrlich ! Eine Möglichkeit meinen Frust nach 21 Praxisjahren abzuladen ! Zielvereinbarung-Faxlösung: Die "Große Vereinfachung" Wir haben beides. Vor 2 wochen bekam ich von der BVA ein Faxrezept, nicht bewilligt wegen "unleserlich" zurück (Leseproben ergaben folglich eine eindeutige Lesbarkeit.) Habe mit "Lernen sie bitte lesen" geantwortet. Sehr geehrter Herr Präsident ! Wir müssen den Kassen klarmachen, daß ohne die Versorung, die die niedergelassenen Ärzte für die Versicherer leisten, eine österreichweite medizinische Versorgung für Jedermann NICHT finanzierbar wäre. Durch persönliches Engagement, getragen durch die Beziehung mit seinen PatienTinnen, und Ethos befriedigen wir gemeinsam mit dem Spitalswesen grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung und erlauben dadurch der Politik und der Wirtschaft ein entsprechendes Gedeihen. Den dzt laufenden wirtschaftlichen Aufschwung, an dem wir Ärzte leider nicht teilhaben, ermöglichen wir durch Mitsicherung des sozialen Friedens! Ich ersuche Sie, Herr Präsident, sich unserer Wichtigkeit bewußt zu sein, und mit gebührendem Selbstbewusstsein die Verhandlungen mit der Politik, die dzt sehr wirtschaftsbundlastig ist, zu führen. Aus meiner Sicht und bestätigt durch Kollegengespräche ist die Grenze des tolerablen überschritten und wir müssen nicht auf deutsche Zustände warten, bis wir auf die Straße gehen.(Die deutschen Kollegen hatten einen ganz anderen Level bevor sie in ihre dzt Situation gelangten). Wir in Österreich haben schon weit unten begonnen. Leider scheint "unsere" Partei (ÖVP) für uns nur Bluff übrigzuhaben. Eine schwarz-rote Koalition würde die Katastrophe für die Ärzteschaft bedeuten . Wie wäre es mit der Gründung einer "Patienten-Ärzte-Partei"? (Teilen Sie bitte der Politik unsere Enttäuschung über die ineffektiv stattgehabte "Gesundheitsreform" mit. Auch mit dem Druck einer Wahlempfehlung. MfG Ihr Dr. Aumayr

Dr. Philipp Walderdorff aus 4716 Hofkirchen:

Warum muss ich bei jeder Visite die o-Card stecken, um damit dem e-Card-System die Visite bekanntzugeben? Früher hatte man 1 mal im Quartal den Krankenschein erhalten und im PC dokumentiert. Das war ein Klick am PC. Heute muss ich bei jeder Visite ins eCard-System einsteigen. Diese bürokratische Vorschrift finde ich unnötig, da die Visite ohnehin bei der Abrechnung der Leistungsdaten bekanntgegeben wird. Auch kann dies nicht der Kontrolle der "bösen" Vertragspartner dienen, da der Vertragspartner selber die o-Card verwenden kann. Wozu dann also diese Schikane? Eine Ordination außerhalb der Ordinationszeiten konnte früher auf einem Notizblock notiert werden, um dann am nächsten Ordinationstag einzutragen. Heute muss man den Computer einschalten, um die eCard einzustecken. Am Sonntagsdienst lasse ich deshalb den PC laufen. Dennoch muss ich alle 90 Minuten neu in das eCard-System einsteigen. Wegen angeblicher Sicherheitsprobleme wird uns der Alltag beschwerlicher gemacht. Sicherheitsprobleme in einem "sicheren eCard-System". Was stimmt nun? Das erste Statement oder das zweite? Dieses Sicherheitsargument wird verwendet, um uns Ärzte abzuzocken: Eine Verbindung zwischen Hauptordination und Zweitordination, beide im "sicheren" eCard-System, ist technisch leicht möglich. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde uns eine Blockade eingebaut, um diese dann gegen Aufpreis zu öffnen. Ist das eCard-System nun sicher oder nicht? Wenn es nicht den Sicherheitsansprüchen entspricht, warum wird uns dann ein teurerer Zugang zum System (Monopolstellung des de fakto einzigen Anbieters am Land) aufgezwungen? Dieser Widerspruch bedarf einer Klärung.

Dr. Philipp Walderdorff aus 4716 Hofkirchen:

Der Hauptverband kontrolliert durch die im Spezialitätenverzeichnis definierten Kennzeichen die Verschreibbarkeit von Medikamenten. Diese Daten stehen uns bei der Medikamentenverschreibung am Computer zur Verfügung. Warum gibt es zusätzlich zu dieser Regelmentierung Zusatzinformationen, Zusatzlisten in Papierform, in denen die Ausnahmen und die Ausnahmen von den Ausnahmen geregelt werden? Beim monatlichen Update des Spezialitätenverzeichnisses kann diese Regelmentierung an die neue Marktsituation durch den Hauptverband angepasst werden. Es ist eine unnötige erhebliche Zusatzbelastung, die Verschreibbarkeit von Medikamenten in diversen Zusatzinformationen in Papierform zu regeln.

Dr.med. Reinhard Aumayr aus 4072 Alkoven:

Heute wieder 6 Dokus zurückbekommen wegen fehlerhafter Bearbeitung: citrulin AK pos cP : Arava von Fachambulanz eingestellt. "Stellungnahme zu anderen nicht biolog DMARDS inc MTX (ist ja keines) Bist Allgemeinmediziner oder Wissenschaftler? Aricept , eingestellt von Leiter Neurlogie und Professor für Neurologie persönlich: Lewykörperchendemenz, : vollständige Diagnose, Mono oder komb th, Angabe der Betreuungsperson, MMSE zu Therapiebegin vor x-Jahren Keppra: Pat schwertbehindert im Institut Hartheim, Neurologe hat eingestellt: Wollen Hinweise zur antiepileptischen Basisth. Pulmicort susp bei stark untergewichtiger schwerst mehrfachbehinderter Institut-Hartheimpatientin. Habe auch ihr Untergewicht hingewiesen : Dosierung fehlt. Movicol bei mehrfach schwerstbehinderter Pat, die liebevoll von ihrer Mutter gepflegt wird. Chron Obstipation. Andere Laxantien waren ineffektiv. : Frage nach durchgeführten Untersuchungen: Soll deswegen der Patientin eine Coloskopie zumuten ? Diese Dokupflicht kann nur als bösartige Schikaniererei gesehen werden. Meine Arbeit ist ohnedies durch Generica, E-card. Zielvereinbarung, Faxlösung et all den anderen nutzlosen Mist in einem Maß behindert, daß mir die Freude an ihr abhanden gekommen ist. Erg. Dr. Aumayr

Dr. Werner Mahn aus 4675 Weibern:

Täglicher Horror : meine modernste EDV benötigt zum Hochfahren aller 6 Stationen ca 10 min. dann inthronisiere ich täglich die e-card - macht schon 15 min ,in denen kein Patient kommen darf,denn der hindert mich am Herunterladen der elektr. Befunde,wenn ich die nicht selbst sichte, kann es große Probleme in forensischer Sicht geben; sollte dieser normale Arbeitsbeginn (30 min sind mindestens vergangen) durch einen Notfall abgeändert werden müssen,hinkt der ganze Vormittag - Prost, Mahlzeit !

Dr. med. Hubert Lutnik aus 1020 Wien:

Patient kommt als Urlaubsvertretung zu mir und möchte ein Rezept für Plavix und eines für Actos. Da er mir keine Befunde vorlegen kann, aus denen sich die Notwendigkeit der Einnahme dieser Mediakmente ergeben hätte, sandte ich die entsprechenden Rezepte per ABS mit einer kurzen Erklärung an die WGKK. Das Rezept wurde abgelehnt. Begründung: keine ausreichende Begründung bzw. Yellow-Box-Präparat ( daher mit Dokumentation ohne Bewilligung zu rezeptieren). Leidtragender ist der Patient, der nun warten muß, bis sein Arzt wieder aus dem Urlaub zurückkehrt. Das ist nur ein Beispiel des bürokratischen Wahnsinns, dem wir niedergelassene Mediziner (-innen) tagtäglich ausgestzt sind.

Dr. Gottfried Thalhammer aus 8234 Rohrbach an der Lafnitz:

Betrifft:EKO Überprüfung 7 von 10 überprüften Patientendokumentationen musste ich zweimal schicken. Erst durch Kennzeichnung der entscheidenden Textstellen mittels Textmarkers meineserseits wurde erkannt,dass die Dokumentationen die fraglichen Mediakmente betreffen. Es wurde dabei kein Sachbearbeiter angegeben. Im Übrigen halte ich diese staatliche Verpflichtung zur Auskunftserteilung für einen Verstoß gegen die Verschwiegenheitspflicht und gegen den Datenschutz,weil der Patient überhaupt nicht weiß, dass seine Daten einer staatlichen Überprüfungsbehörde vorgelegt werden.

Dr. Erwin Rezanka aus 4400 Steyr:

In unserem Labor gibt es nicht einmal eine Schreibkraft. Wir Ärzte müssen einen Teil wichtiger Befunde selbst schreiben, zum Teil faxen und Kuverts adressieren und notwendige Korrespondenz selbst tippen. Sämtliche Budgetanforderungen müssen von uns mit allen Unterlagen für die Verwaltung beigebracht werden. Auch die Erstellung von Portfolios, balanced score card etc. wird von uns am PC geschrieben !

Dr. Rainer Liebl aus 5023 Salzburg:

Die E-Card wurde bei mir im Auftrag der UTA installiert. Nachdem die E-Card Leitung nur immer kurzfristig funktionierte, (lockere Kabel!) verbrachte ich Stunden mit Telefonieren bzw. in der Warteschleife. Als es trotz Aufforderung der Seviceline, die Geräte abzuschalten bzw. ein Kabel ein-u. auszustecken, wieder nicht funktionierte, kam auf mein Drängen und Intervention d. Ärztekammer der Techniker von Kapsch wieder vorbei und löste mit einem Umstecken des Kabels an der Gina-Box das Problem. Die UTA möchte mir nun im Mai diesen Besuch als Entstörungseinsatz verrechen.

dr.med.univ. thomas fasching aus 5600 st. johann:

regelmäßig werde ich von patienten gefragt: "sie müssen aber viel schreiben, ist denn das alles notwendig?" eine antwort erspare ich mir meistens, um nicht wütend zu werden. es stimmt, ich als turnusarzt verbringe etwa die hälfte der zeit mit "zettelschreiben" oder vor dem computer. oft graut mir vor ungeplanten neuaufnahmen, nicht aufgrund der patienten, sondern aufgrund des bürokratischen aufwandes den schon ein patient heraufbeschwört. die situation ist eigentlich untragbar.

Dr. Gerhard Kaiser aus 3434 Tulbing:

Einer Patientin mit starken Kreuzschmerzen, die in den Ischiasnerv ausstrahlten, habe ich eine Infusionsserie "Neo-Dolpasse", eines dokumentationspflichtigen Heilmittels, verabreicht. Bei der Überprüfung der Dokumentation musste ich dann der Kasse erklären, warum ich mit kostengünstigeren Alternativen zum Schlucken nicht das Auslangen gefunden habe. Laut Gesetz bin ich verpflichtet zuerst ein Therapieversagen in Kauf zu nehmen, bevor ich ein wirksameres Präparat verwenden darf. Warum muss das so sein?

Dr. Waltraud Fink aus 142 Straning:

Zwar nicht "mega", dafür aber fast täglich. Heute Freitag Ordination: 1) Patientin 70a vor einigen Monaten Herzinfarkt, erfolgreich lysiert, path.Glucosetoleranz (familiär Diabetes), jahrelang Hypertonie, leicht übergewichtig. nach ihrer Rehab Kur wurde ihr geraten BZ Werte selbst zu kontrollieren, Gerät bekam sie. Trotz ausführlicher Begründung: lapidare Ablehnung der SV Bauern: "Wird nur gezahlt, wenn insulinpflichtig." 2) 80 Jähriger Pat. (SV Bauern) kommt mit abgelehnter Wahlarzthonorarrechnung für Quartal I. Er war 2x beim Kardiologen. Hatte dann Herzkatheder und entsprechende med.Einstellung. Ablehnung: "Weil Patient in diesem Quartal I schon bei einem anderen Arzt derselbsen Fachdisziplin war." Telefonat mit SV Bauern: Pat. war tatsächlich bei einem Internisten in diesem Quartal: einem Rheumatologen (Wahlarzt) Prim.Dr.Leeb - wegen Polymyalgiea rheumatica. Nachfrage mit anderer Mitarbeiterin: Schicken Sie die Rechnungen nochmals ein, mit Begleitschreiben. Und so weiter....

Dr. med. Ernst Bliem aus 5101 Bergheim:

Gerichtsvorladung als Zeuge nach dem Heimaufenthaltsgesetz: wegen Anordnung eines Bettgitters bei einem immobilen Patienten(was lt. Experten keine Freiheitseinschränkung bedeutet, weil sich der Patient nicht mehr frei bewegen kann), trotzdem: Vorladung Montag vormittag, Dauer : 1,5Std! Ersatz:0.- Anwesend: 5 Akademiker

Dr. Gerhard Petsovits aus 7312 Horitschon:

Bei Eintrag der Daten von der E-card (ich habe ein vollintegriertes System) genügen die Daten auf der E-card nicht für die Aufnahme in die Patientenkartei. So muss ich z.B beim Wochenenddienst, wo ich alle Daten selber erfassen muss und die Zeit meist knapp ist, immer Vieles hinterfragen. Bei Kindern etwa: Adresse, wer ist der Hauptversicherte, welche Versicherungsdaten hat der Hauptversicherte usw. Ich bräuchte diese Daten nicht für die Behandlung im Bereitschaftsdienst. Ich finde, die Daten auf der E-Card sollten ausreichen für alle Behandlungsschritte. Also: Karte ins Lesegerät stecken, Daten übernehmen, fertig. Anders braucht es oft mehrere Minuten, wenn die Patienten die Daten nicht wissen.

Dr Franz Sedlmeyer aus 5300 Hallwang:

Nachfolgende Kontrolle der IND- und RE1-Medikamente ist eine ausufernde Bürokratie und für mich in dieser Form unhaltbar. Die Art der Überprüfung übersteigt für mich die Sinnhaftigkeit einer notwendigen Überprüfung und grenzt schon in eine beleidigende Bevormundung.

Dr. Philipp Walderdorff aus 4716 Hofkirchen:

Zur neuen "strukturierten Diabetesbetreuung" in Oberösterreich: Dazu möchte ich festhalten, dass ich das Projekt gut finde und unterstütze. Aber: Warum wird eine Arbeit, die wir ohnehin bisher schon gemacht haben - vielleicht nicht so strukturiert (das ist das Positive daran) - nun verbürokratisiert? Der administrative Vorgang: 1. Meldung der Teilnahme des Patienten an die Kasse. 2. Kasse schickt uns eMail zurück und dem Patienten per Post eine Information. 3. Nun wird dokumentiert und der Kasse geschickt und dokumentiert und der Kasse geschickt und ... Wer spricht von den Verwaltungskosten bei uns und bei der Kasse? Wer bezahlt das Postporto, die Fax-Kosten?, die Zeit zum Faxen, die Zeit, um die eMails zu bearbeiten? Aber bei unseren Honoraren muss gespart werden! So neu ist das Thema gar nicht. Schon seit etwa 30 Jahren spricht Prof. Dr. R.N.Braun von strukturierter Patientenbetreuung. Die "diagnostischen Leitlinien" http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3540237631/ref=pd_sim_dp_2/028-3944835-7008515 sind im Grunde eine Anleitung zur strukturierten Betreuung. Alle Ärzte, die mittels dieser diagnostischen Leitlinien seit 30 Jahren arbeiten, haben diese qualitativ hochstehende Arbeit ohne Aufpreis getan. Jetzt wird das System verbürokratisiert und so getan, als ob die Gebietskrankenkasse das Rad neu erfunden hätte. Allerdings mit erhöhten Verwaltungskosten. .... Ich verstehe die Welt nicht mehr ........ oder doch? In meinem nächsten Leben werde ich Beamter bei der GKK. :-)

Dr. Philipp Walderdorff aus 4716 Hofkirchen:

Während der Gedanken um die Einführung der strukturierten Diabetesbetreuung drängen sich mir Fragen auf, die die Kontolle der Krankenkassen selber betreffen: Wie groß war der Aufwand, um dieses komplizierte System auf die Beine zu stellen? Wieviele Sitzungen von Experten waren dazu seitens der GKK nötig? Was hat der Probelauf gekostet? Was kostet der laufende administrative Aufwand? Wieviel Arbeitszeit eines GKK-Angestellten muss dazu bereitgestellt werden? Und das alles, um das Rad ein zweites Mal zu erfinden (siehe http://www.amazon.de/gp/reader/3540237631/ref=sib_dp_pt/028-3944835-7008515#reader-link und http://www.aerztliches-qualitaetszentrum.at/upload/guidelines/Guideline-Hypertonie-1-2005.pdf) Es steht mir nicht zu, die Kosten der GKK zu prüfen. Ich denke aber, uns allen steht eine adäquate Honorierung unserer Alltagsarbeit zu. So könnte zum Beispiel ganz einfach und unbürokratisch die Anwendung einer diagnostischen Leitlinie als Sonderleistung honoriert werden. Wir brauchen dazu keinen administrativen Mehraufwand. Die Anwendung der oben zitierten strukturierten Hypertonikerbetreuung wird von Allgemeinärzten bisher ohne Aufpreis und ohne administrativen Mehraufwand seitens der Kasse gemacht. Warum kann diese qualitativ hochstehende Arbeit nicht durch eine Sonderleistung honoriert werden? Genau so, wie bei der strukturierten Diabetikerbeteuung. Aber ohne administrativen Mehraufwand. Wenn ich mir die Sache so überlege, so denke ich, dass die Kassen seit der Einführung der EDV auf Suche nach Beschäftigung für ihre nun freiwerdenenden Angestellten sind. Das bezahlen wir mit unseren Honorareinsparungen! Und Versicherte bzw. Arbeitgeber mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen. Gibt es Qualitätskontrolle der administrativen Arbeit der Kassen? Gibt es eine Kontrolle über die Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit der Arbeit der Kassen? Welche Tätigkeit erfordert welchen Zeitaufwand? Wo kann die Kasse selber Personalkosten einsparen? Wer fährt solche Kontrollen durch? Die Kasse selber? Wenn Kosten eingespart werden müssen, dann bitte auf allen Linien und nicht nur bei "Vertragspartnern" und Patienten. Gibt es entsprechende Rechnungshofkontrollen der Krankenkassen?

Dr. Wolfgang Spiegel aus 1160 Wien:

Eine Vertragsärztin oder ein Vertragsarzt mit allen Kassen hat im Jahr a c h t u n d v i e r z i g (48) Kassenabrechnungen zu administrieren. Ob die eingereichten Abrechnungen von unseren Vertragspartnern, den Kassen, auch ordnungsgemäß ausbezahlt wurden, können die Ärzte aufgrund mangelnder Kapazität zumeist nicht nachprüfen. Werden Differenzen des überwiesenen Honorars zur eingereichten Honorarabrechnung festgestellt, wie dies bei den kleinen Kassen so gut wie bei jedem Arzt und zum Teil in nicht unbeträchtlicher Höhe ( b i s z u 1 5 % ), in geringerem Ausmaß bei der Gebietskasse passiert, liegt es entsprechend der Übung, die jedoch nicht Gesamtvertrags-konform ist, zumeist am Arzt, die Differenz zu urgieren, gestrichene Positionen im Nachhinein nochmals zu erklären, zu argumentieren und Streichungen bei Beharren der entsprechenden Kasse zumeist trotzdem zu akzeptieren. Warum lassen sich die Ärzte das gefallen? Sehr einfach, weil wir eine andere Aufgabe als unser zentrale Berufung ansehen, weil wir, im Gegensatz zu unseren Vertragspartnern, keine Abteilungen zur Verfügung haben, deren Mitarbeiter Abrechnungsspezialisten sind, denen nötigen Falls auch hauseigene Juristen zur Verfügung stehen. Wir Ärzte wollen unseren Patienten dienen, die Medizin nach den Regeln der Kunst ausüben und brauchen dazu mit unseren Vertragspartnern eine konstruktive und supportive Zusammenarbeit in belastungsarmem Klima. Viele Streichungen werden aber automatisiert, und häufig nicht gerechtfertigter Weise vorgenommen. Entsprechend meiner Erfahrung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ärztlichen Verrechnungsabteilungen der Kassen immer bereit, die gestrichenen Positionen im Nachhinein zu besprechen und zeigen sich meist auch einsichtig. Doch wer kann das leisten angesichts von a c h t u n d v i e r z i g (48) Abrechnungen pro Jahr? Deswegen müssten die Kassen sinnvoller Weise mit dem Vertragsarzt Kontakt aufnehmen. Sollen Honorarteile (Positionen) gestrichen werden, ist darüber das Einvernehmen herzustellen. Unsere Vertragspartner, die Krankenkassen, sind entsprechend den Gesamtverträgen nicht dazu berechtigt, strittige Honorare einfach nicht auszubezahlen. Eine Streichung wird auch nicht durch die schriftliche Angabe eines Streichungsgrundes, praktiziert zumeist in Form einer Fußnote mit Schlüssel, legitimiert. Auch wenn die Vorgangsweise der Kassen aus deren Blickwinkel verständlich ist, haben sie es doch mit hunderten Vertragspartnern zu tun, erscheint es erforderlich, diese nicht-vertragskonformen Abrechnungsmodalitäten offiziell zu rügen und deren Abschaffung einzumahnen, meint Ihr Kollege Dr. Wolfgang Spiegel

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

erlebnis 1. eine patientin nimmt seit jahren supressin 4mg. das medikament wandert in die no box. eine bewilligung wird daher abgelehnt. die patientin bekommt von mir ein packerl doxazosin und will weiterhin lieber supressin nehmen, da sie der meinung ist, doxazosin nicht zu vertragen. doxazosin wird wieder abgelehnt. die patientin geht zum chefarzt am wienerberg und bekommt problemlos supressin verordnet, weil ja eine unverträglichkeit besteht und ich soll doch supressin das nächstemal als dauermedikament aufschreiben. vermute, das wird dann wieder abgelehnt und der kreislauf beginnt von vorne. und dieser schwachsinn kostet meine zeit meine nerven und die der patientin auch.

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

erlebnis 2. eine patientin von der diabetikerambulanz im akh bekommt actos glucophage und insulin verordnet. ich ersuche um einen befund, um das zu dokumentieren. bekomm ich nicht. ich ersuche um rückruf. ich sende per abs zur bewilligung. es wird abgelehnt. ich rufe im akh an. nach einigen tagen erhalte ich die auskunft, ich soll doch die medikamente auf 2 rezepten schreiben. ich bin ratlos. ich faxe rezept und befund. es wird abgelehnt. meine frage :warum werden vom krankenhaus medikamente verordnet, die ich nicht verschreiben darf, weil sie nicht eu-konform sind ? antwort : weil sie super wirken ! die patienten sollen sich die billigeren medikamente daher privat kaufen............. wieder eine aktion, die meine zeit verschwendet, und der patient auf der strecke bleibt.

Dr. Günter Gal aus 1020 Wien:

Seit einiger Zeit sind niedergelassene Ärzte davon befreit, eine DVR-Nummer zu beantragen, wenn sie Standardverarbeitungen durchführen. Die Krankenkassen-Abrechnungsdiskette wird von den Kassen geprüft und eine fehlende DVR-Nummer als Fehler gekennzeichnet! Und das, obwohl der Arzt keine DVR-Nummer haben muss. Wenn das nicht eine Schikane ist...

Dr Erwin Ploberger aus 4470 Enns:

Ich bin erst seit 1.6.2004 in der freien Praxis und habe vorher 25 Jahre im KH gearbeitet ( FA f Unfallchirurgie. Die bürokratische Arbeit ist schlicht und einfach unerträglich. Für ein OP von 10min sind ungefähr 30min "Zettelausfüllerei" notwendig.

Dr. Wolfgang Ziegler aus 4550 Kremsmünster:

Mysoline 100 St. (grüne Box) ist für meine schwer behinderte Patientin nicht lieferbar. Mysoline 200 St. Bündelpackung (!) - Nobox - aber schon. Anruf bei der Serviceline der GKK: erboste Antwort, dass mir ja die Verordnung bzw. "Bewilligung" eines 3-Monatsbedarfes zusteht. Frage meinerseits, warum die 100 Stück € 8,90 kosten und 200 St. € 43,70. Entsetzen bei der jetzt freundlicheren Chefärztin, sie muss sich rückversichern, ruft zurück. Es ist Freitag Vormittag. Eine Urgenz meinerseits gegen Mittag ergibt, dass beim Hauptverband keiner mehr da war, Antwort erst am Montag. Ich nehme das Risiko einer Ablehnung auf mich, damit die Patientin das Wochenende gut übersteht. Rückruf am Montag kommentarlos: genehmigt. Gott sei Dank. In der Zwischenzeit kostetn die 100 St genau die Hälfte von 200 St., nämlich € 22,65 - Strategie der Pharmaindustrie? PS: ist schon aufgefallen, dass unzählige Medikamente, die billiger waren als die Rezeptgebühr, von der grünen in die Nobox verschwunden sind? Sehr zum Leidwesen der ärmsten PatientInnen, nämlich der Gebührenbefreiten...

dr.med franz peter zechner aus 8263 großwilfersdorf:

Dr. Franz Peter Zechner Arzt für Allgemeinmedizin 8263 Großilwersdorf 192 An den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer Dr. Reiner Brettenthaler Sehr geehrter Herr Präsident! Die derzeitige Situation der österreichischen Kassenärzte veranlasst mich zu diesem Schreiben. Einige Informationen zu meiner Person: Ich bin 46 Jahre und seit mehr als 17 Jahren als Allgemeinmediziner in der Kassenpraxis im Bezirk Fürstenfeld /Stmk. tätig, seit kurzem bin ich auch Bezirksärztevertreter. Ich bin meiner Arbeit über weite Strecken mit Freude und auch mit großer Motivation nachgegangen. Von Kollegen mitunter geäußerte Unzufriedenheit mit unseren Vertragspartnern, den Krankenkassen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Seit einem Jahr hat sich, so wie bei vielen meiner ärztlichen Freunde und Bekannten die Arbeitssituation ziemlich schlagartig geändert. Durch Erstattungskodex, Installation des E-card – Systems (die bei mir exakt beim 7. Installationstermin und leider nur mit ISDN- Ersatzschaltung glückte - wo bleibt also das vollmundig versprochene Breitbandinternet“???), nachfolgende Kontrollen der Verschreibungen, Vorbereitung auf die Hygiene-Verordnung (allein diese Aufrüstung belief sich in meiner Ordination auf etwa 2000.-) ständige Schmähungen (nicht nur) in den Printmedien (Stichwort: Hausapothekenrabatte) sowie andere schikanöse Neuerungen (etwa die optische Überprüfung der Hausapotheken – Medikamente!) blieb die Motivation weitgehend auf der Strecke. Es ist erschütternd, Herr Präsident, wie viele unserer Kollegen plötzlich Ausstiegszenarien aus diesem Beruf entwickeln. Dass diese großteils nicht umgesetzt werden, liegt wohl hauptsächlich an fehlenden beruflichen Alternativen . Besonders belastend empfinde ich die ständig drohenden Überprüfungen bei Medikamentenverschreibungen über dem „Fachgruppendurchschnitt“. So habe ich unlängst ein Schreiben der SVB erhalten, das ganz plump und in absoluten Zahlen die Gesamtkosten meiner Verschreibungen sowie deren Anstieg im letzten Jahr dokumentierte. Man werde mich anrufen, um einen telefonischen Gesprächstermin zur Besprechung meiner „Auffälligkeiten“ und Verschreibungsdetails zu besprechen. Entsprechend motiviert durch den Vertragspartner sah ich mir meine monatlichen Statistiken des Hauptverbandes an und stellte fest, dass ich bei den Gesamtkosten meiner Verschreibungen nicht einmal 3% über dem „Fachgruppendurchschnitt“ lag, hier ist anzumerken, dass ich eine Patientin mit Encephalitis disseminata betreue, die allein ca. 10% meiner Gesamtverschreibungskosten verursacht, ohne sie läge ich also bereits deutlich unter dem Schnitt, so wie ich übrigens auch bei den Medikamentenkosten der GKK (ca. 75 % meiner Patienten) deutlich unter dem Schnitt liege. Ich griff zum Hörer, wurde wirklich von einem Chefarzt der SVB zurückgerufen und konnte diesem in einem langen Gespräch offenbar den oben genannten Sachverhalt erklären. Man werde meine Verschreibpraxis weiter beobachten, meinte er, bevor er sich, übrigens durchaus höflich verabschiedete. Ich hatte auch das Glück, bei einer „zufallsgesteuerten Stichprobe“ mitspielen zu dürfen, eine echte Bereicherung im Ordinationsalltag. Als ich nach ca. einem Monat noch kein Feedback erhalten hatte, waren mehrere Telefonate nötig, um das Ergebnis dieser Kontrolle telefonisch zu erfragen (man hatte übrigens keine Fehler in der Dokumentation entdecken können). Diese Vorgangsweise bei der „Kontrolle“ der ökonomischen Verschreibungsrichtlinien führt bereits jetzt dazu, dass „teure“ Patienten herumgereicht werden, wie heiße Kartoffeln, sie führt aber auch dazu, dass mehr und mehr Patienten suboptimal therapiert werden, aus Angst vor unangenehmen Konsequenzen für den Verschreiber. Warum, Herr Präsident kommen wir Allgemeinmediziner zum Handkuss, wenn wir teure und teuerste Medikamente (Antidementiva, Immunmodulatoren, Erythropoetin…..) nach der Empfehlung von Fachärzten oder Fachambulanzen weiterverordnen (müssen)?? Dieses System muss sich dringend ändern, aber auch unsere Arbeitsbedingungen müssen wieder frei von Angst und Repressalien werden, sonst steht die niedergelassene Ärzteschaft, allen voran die Allgemeinmedizin vor dem Kollaps. Ich habe in den 17 Jahren meiner ärztlichen Tätigkeit niemals für übertriebene Kampfmaßnahmen unserer Standesvertretung plädiert, ich denke, jetzt aber sollten wir alle, wirklich alle denkbaren und rechtlich möglichen Protestmaßnahmen erwägen. Diesmal würde der größte Teil der Kassenärzte solche Maßnahmen verstehen und mittragen. Mit herzlichen kollegialen Grüßen! Dr.F. P. Zechner

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

Ich finde es originell, dass man Personen, die vor 2 wochen bis 2 monaten verstorben sind, mit der e-card problemlos als regelfall abbuchen kann. Patienten, die schon mehrere jahre tot sind, gelten als derzeit nicht versichert. die e-card hotline ist dafür leider nicht zuständitg............. vielleicht liest das jemand, der diesen zustand ändern kann.

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

es ist leider nicht möglich, über die e-card zu erfahren, wer der arzt ist, der den patienten zum erstenmal als regelfall abgebucht hat. beispiel : ein patient übersiedelt von tirol nach wien , und der patient weiß nur den arztnamen aber nicht die arztnummer. Dann ist es unmöglich, diesen palienten als erste hilfe, ortswechsel urlaubsvertretung etc abzubuchen. die e-card hotline sagt, das geht leider aus datenschutzgründen nicht. aus datenschutzgründen weiß ich leider auch nicht, wer ca 10% meiner patienten als regelfall abbucht. vielleicht könnte man das auch ändern

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

lieber dr. ziegler ich weiß jetzt endlich warum alle billigen medikamente in die NO BOX wandern. Die pharmafirmen wollen ein billigstpräparat zb um 10 cent erhöhen, das erlaubt der hauptverband nicht daher gehen die firmen mit den billigen produkten aus dem grünen bereich, und dann dürfen sie die preise zb um 12 cent problemlos erhöhen. das hat mir eine pharmareferentin erzählt. ich ärgere mich darüber auch sehr. lg s. tiedemann

Dr Franz Burghuber aus 4150 Rohrbach:

77 jähriger männlicher Patient: Diabetes mell II, schwere Sehbehinderung. Tastbefund Carotis: negativ > Farbduplex Sono der Carotiden: keine eindeutige Aussage bezüglich Stenose möglich. Überweisung zur MRT Angio mit Schilderung des diagnostischen Problems < Pat. geht zur Chefärztin: Ablehnung, da diese Untersuchung nur von einem Facharzt mit dem Zusatzfach Angiologie angeordnet werden kann. Ich rufe bei der Chefärztin an und frage, ob das tatsächlich so gemeint ist und verweise auch auf die Schikane, die die Versicherung dem Patienten bereitet. Die Chefärztin "kann nicht anders". Ich organisiere für den Patienten einen Termin beim chirurgischen Primarius, der im Umkreis von 50 km der einzige Angiologe ist. Der Patient begibt sich in den nächsten Tagen zum Chirurgie-Chef. Dieser schreibt den gleichen Text wie ich auf den Überweisungsschein...... Der Patient ist verärgert, ich auch. Wir haben beide der Bürokratura unsere Zeit geopfert !!!!!!!! Das "nette" an der Bürokratura ist, dass die beteiligten Personen (Angestellte) auf die anderen Ebenen der Bürokratura verweisen können und damit ihre Hände in Unschuld waschen können. Auf der Strecke bleiben die Patienten und die Leistungserbringer (Ärzte). Aber das ist ja egal. Diese werden sich schon abstrampeln, damit sie irgendwie zurecht kommen.

OA Dr Bernhard FRANZ aus 4240 Freistadt:

Im letzten Nachtdienst vom 1.6.2006 hatte ich fast 3 Stunden zu sonst nachtschlafender Zeit zu tun, um die ICD-Codierung zu bewältigen, obwohl ich 2 Tage vorher alles weggearbeitet hatte.- Und - am nächsten Tag gehts fröhlich weiter, man (Mann) hat ja ausgeschlafen zu wirken. Das ist unzumutbar. Es geht schön langsam an die Substanz!!!

DR. Michael Ackerl aus 7350 Oberpullendorf:

ABS-Bewilligung: neuropathischer Schmerz bei Z.n. komplexer Nervenverletzung am Unterschenkel nach Kompartmentsyndrom. Trizyklika und Carbamazepin wirkungslos. Auf Gabapentinmuster deutliche Besserung. Anfrage bei der BVA via ABS am Freitag, 2.6.2006 un 14 Uhr 31, Antwort heute, am 6.6. 7 Uhr 30: abgelehnt, außerhalb der IND, keine ausreichende medizinische Begründung. Kasse BVA. Chefarzt Dr. Wolfgang Scheuer. Die Patientin hat am Freitag 90 Minuten in meiner Praxis erfolglos gewartet, da ich ihr immer gesagt habe, die Antwort müsste bald kommen. Jetzt wurde sie sogar abgelehnt. Das ist wohl der absolute Gipfel. VOR DEN VORHANG!!!!!!!!!

Dr Bernhard Panhofer aus 4841 Ungenach:

Pat. (50 J., berufstätig) hat seit 10 (!) Jahren ein TENS-Gerät auf Kassenkosten, damals bewilligt und von OÖ.GKK bezahlt. Das Gerät hilft ihm immer wieder, seine Kreuzschmerzen zu lindern (Bandscheibenprolaps). Er bekommt nun ein Schreiben (25.4.06) von der OÖ.GKK, mit der Aufforderung einen "AKTUELLEN AUSFÜHRLICHEN FACHARZTBEFUND zukommen zu lassen". Der Pat. ruft an, dass es wohl teurer komme, einen Facharzt aufzusuchen (wegen eines Geräts, nicht wegen Schmerzen!), worauf der zuständige Herr meint, na, dann genüge ein Befund des Hausarztes, natürlich schriftlich. Nun, den erstelle ich selbstverständlich, um dem Patienten die Benützung seines TENS-Gerätes (das schon längst von der GKK bezahlt wurde!) weiter zu ermöglichen.

Dr med gerald macher aus 8225 pöllau:

eine patientin nimmt fosamax 70mg (osteoporose),klagt aber über sodbrennen+schluckschmerzen. Alternative ist das medikament protelos-habe gefaxt 2.kontrollarzt verl. T score!!!!kennen die damen + herren kontrollärzte nicht den EKO? von uns wird konformes verhalten verlangt.unsere gegner(ich kann es leider nicht anders formulieren)spielen mit uns !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

ich hab mir den ausspruch eines kollegen aus der medical tribune zum telefon gehängt und warte auf den ersten anruf einer kasse, warum ich ein bestimmtes medikament verordnet habe. der ausspruch lautet: was der patient braucht, bekommt er von mir verordnet was er nicht braucht,bekommt er von mir nicht verordnet wenn er von mir etwas nicht verordnet bekommt, was er braucht, wird das in österreich als unterlassene heilbehandlung strafrechtlich verfolgt. haben sie noch etwas dazu zu sagen ??? schade, daß ich den namen des kollegen nicht kenne, aber ich möchte mich hier und heute dafür bedanken.....

Dr. med. univ. Johann Langegger aus 5600 St. Johann im Pongau:

Urlaubspatientin aus Wien: Ambulante Untersuchung im KH Schwarzach wegen akuter Bauchschmerzen bei bekannten Vor-OPs und Verwachsungen. Ambulantes MRI am nächsten Tag wurde von der Pat. im KH vereinbart, Überweisung u. Genehmigung der WGKK muß vorgelegt werden. Nach Verordng. Fax an die SGKK: Wir sind nicht zuständig, Rückruf von mir: Wer sonst? Antwort: WGKK; Bitte um Faxnummer, Antwort: Ist uns nicht bekannt, daher keine Auskunft möglich. Versuch bei WGKK: Bearbeiter meldet sich nicht, wahrscheinlich nicht im Haus (12:30 Uhr) Facit: Pat. muß Kosten vorauszahlen, wenn Untersuchg. dringend notwendig ist.

Falscher VU-Abzug Peter Sigmund aus 8462 Gamlitz:

Mir wurde im Schreiben der GKK die Rückzahlungsforderung für eine verrechnete Vorsorgeuntersuchung mitgeteilt, da dieser Patient innerhalb eines Jahres schon eine VU gehabt hätte. Dies müsste ich ohnedies aus meinen Karteiaufzeichnungen erkennen. Diese habe ich dann genau durchforscht und festgestellt, dass dieser Patient davor 2 Jahre gar nicht bei mir war. Daraufhin Telefonat und Entgegenungsschreiben mit Einwanderheben. Nach 1 Wo Anruf, dass alles nur ein EDV-Fehler gewesen sei. Zeitaufwand: 30min. + 1 Telefonat+1 Fax

Dr. jur. Michael Seiz aus 1230 Wien:

Ich weiß nicht, ob das etwas mit Bürokratie zu tun hat, aber die Wartezeit in meiner Ambulanz (ich bin chronisch krank), zu der ich regelmäßig gehen muss, wird immer länger, die Zeit, die sich der Arzt nimmt, immer kürzer (50 sec. bis 1 Minute). Außerdem sind im letzten Jahr 2 Ärzte weggegangen und nicht ersetzt worden. Langsam verliere ich das Vertrauen in die Medizin in Österreich.

Dr. Christoph Harlander aus 5580 Tamsweg:

Ich lobe es mir, dass ich im Rahmen meiner Mittelschulausbildung gelernt habe, einige Anschläge pro Minute in die Schreibmaschinentastatur reinzudreschen und das, ohne mir einen meiner zehn goldenen Finger dabei zu verletzten. Bin dafür, Maschinschreiben, Kurzarzt- und LangarztbriefUNWESEN, Schönschreiben, Antrags- und Telefontaktik unter Zeitdruck als PFLICHTGEGENSTAND in jedem Medizinstudium fest zu verankern. RAUS mit all den unnützten Zeugs wie patientenbezogenem Unterricht, Seminaren, SEMINAREN FÜR PATIENTENGESPRÄCHE etc. Wofür das alles? Von den 144 Stunden die ich in den letzten 8 Kalendertagen im Spital "gearbeitet" habe, waren es VIELLEICHT grad mal 4 STUNDEN, in denen ich mit meinen Patienten, und nicht an ihnen oder dem Papierkram, den sie verursachen, gearbeitet habe. Kann man uns nicht gleich als Sekretäre mit erweiterter Befugnis einstellen? Immerhin haben Sekretärinen eine 40- Stundenwoche mit vier freien Wochenenden im Monat und verdienen im Grundgehalt auch nur ca. 20 Prozent weniger! Das ganze Thema muss nicht nur im Internet diskutiert werden - ab ins Fernsehen damit!!!

Christine Preyer aus 1230 Wien:

nichts Außergewöhnliches. Mein Vorschlag: Streik, aber nicht so wie in Deuschland bei den Patienten, sondern indem die Ärzte die ganze Schreiberei nicht machen und nicht abliefern. Einer könnte dafür mit irgendwelchen arbeitsrechtlichen Sanktionen sanktioniert werden, alle nicht. Es käme also nur auf die Solidarität der ÄrztInnen an. "Wo niemand ist, der sich beherrschen lässt, endet jede Herrschaft!"

Dr.med. Elke Spreizer aus 8280 Fürstenfeld:

Bei der Abrechnung des 1.Quartals mit der SVA wurde mir bei einer Patientin trotz gültig gesteckter e-card mitgeteilt, daß der Versicherungsschutz dieser Dame mit 31.12.2003 erloschen wäre. Auf die Anfrage, wie das denn möglich sei, zumal die e-cards erst im Vorjahr verschickt worden sind und so ein Erlöschen mit Jahresende 2003 gar nicht möglich sei, konnte der Herr an der anderen Seite der Leitung auch keine Erklärung für diese Vorgangsweise finden. Er versprach, sich um die Sache zu kümmern. Des weiteren wurden 2 Arztbriefe nicht anerkannt, die ich aber geschrieben habe. Auf die Frage, weshalb dies geschehen sei, wurde mir mitgeteilt, daß das Überweisungsdatum nicht ausgefüllt sei. Leider nimmt aber unser Programm nur Daten des Tages, an dem ein Patient zur Untersuchung kommt, und daher haben meine Ordinationshilfen lieber keines als ein falsches Datum eingegeben. Dann erfuhr ich, daß die SVA primär alle Leistungen hätte zahlen müssen und mich nur hätte auffordern können, alle Unterlagen zu schicken. So viel zu der Verläßlichkeit der e-card (Aktualisierung oft erst Wochen nach Berichtung!).

Dr. Werner Schwarzecker aus 3304 St.Georgen/Y.:

Ich bin seit 19 Jahren als prakt. Arzt in einer Landgemeinde tätig. Leider muß ich feststellen, dass sich meine Arbeitsweise und die Zeit, die ich für Gespräch, Diagnose, Behandlung und menschliche Zuwendung aufwenden kann, ganz wesentlich zum Nachteil für meine Patienten und auch zum Nachteil für mich verändern haben. Es schmerzt mich, dies festzustellen. Derzeit ist es leider so, dass mindestens(!!) die Hälfte der Zeit, die für den Patienten zur Verfügung steht, verloren geht mit Dokumentation, Ansuchen um Bewilligungen bei Stellen, die sich in keiner Weise über den unmittelbarem Sachverhalt ein Bild machen können, und anderem bürokratischen Wahnsinn. Es ist höchste Zeit, darauf aufmerksam zu machen, dass die derzeitige Entwicklung in der Gesundheitspolitik in eine Sackgasse führt. Es wird durch die Regelments zu keiner Einsparung im Gesundheitswesen kommen. Ich bin sicher, dass dadurch die Kosten sogar noch weiter steigen werden und zuletzt weniger Geld für die Kranken vorhanden sein wird. Das Arzt-Patienten Verhältniss darf nicht mehr durch krankenkassentechnische Regelments oder anderes gesundheitspolitisches Gerangel gestört werden. Wie das Verhältniss zwischen Patienten, das heißt dem Versicherten, und seiner Krankenversicherung in Zukunft aussehen kann, muss scheinbar neu definiert werden. Die Arzt-Patienten Beziehung und das Patienten-Versicherungsverhältnis müssen zum Wohl unserer Patienten getrennt werden. Ich als Arzt möchte nicht mehr Erfüllungsgehilfe von Gesundheitspolitikern und Krankenkassenverwaltung sein, sondern ausschließlich und unbeeinfflusst für das Wohl der Patienten arbeiten können. Diesen Appell richte ich auch an meine Kollegen.

Dr. Wilhelm Pintar aus 8950 Stainach:

Meine Ord. läuft mit einer Ordi-hilfe und einer diplom. Krankenschwester. Da ich versuche, die Ordination das ganze Jahr über für meine Patienten offen zu halten(Urlaubsvertreter), so müssen meine Damen doch beide auf Urlaub. Wenn nur 1 Mitarbeiterin da ist, ist diese allein durch die Bürokratie(E-card,Rezepte faxen etc.) voll ausgelastet. Andere Leistungen wie Physikotherapie, Assistenz bei Wundversorgung,EKG, Spiro sind nicht möglich. Die Gesundenuntesuchung neu ist der bürokratische Wahnsinn! Das Formular ist sinnlos unübersichtlich! Kopie (bei GKK)muss dem Patienten mitgegeben werden. Bei den kleinen Kassen nicht. Dieser Pat. (kleine Kassen)hat meiner Meinung jedoch auch ein Anrecht auf seine Ergebnisse !(daher wird für ihn natürlich auch kopiert). Kopie, Papier, Kopiergerät und Arbeitszeit werden von den Kassen auf den Arzt abgewälzt. Ebenso die gesamte Administration. Fazit: Viele Ärzte machen diese Untersuchung allein wegen dieses großen Aufwands gar nicht mehr. Fazit: "Einsparung" für die Kassen. Laut Artikel in der letzten Ärztezeitung ist ein eklatanter Anteil der Einsparungen der Gebietskassen durch Einsparungen im administrativen Bereich erfolgt. Chefarztpflicht und deren Kosten auf Ärzte abgewälzt. Hat der Chefarzt seinerzeit auch das Gehalt seiner Sekretärinnen aus eigener Tasche bezahlt, wie ich es heute tun muss???

Dr Peter Wanke aus 7202 Bad Sauerbrunn:

Ich wurde von der BVA wegen meines Verschreibungsverhaltens überprüft.Aus meiner Sicht waren alle Rezepturen korrekt. Die BVA hat mir nur lapidar mitgeteilt ,daß die Mehrzahl der überprüften Fälle nicht Regel-konform waren und ich in Zukunft mit Sanktionen zu rechnen hätte. Eine detaillierte Antwort war nicht zu bekommen. Mein Zeitaufwand bei dieser Überprüfung war enorm. Es gab keine Abgeltung für diese uns aufgezwungene Tätigkeit.Der Frustratinsgrad war hoch.Meine Bemühung, dem Krankenkassensystem beim Sparen zu helfen, war belegt. In der Medikamentenstatistik liege ich deutlich ,bis zu 20% unter dem Schnitt. Die Motivation, bei diesem Spiel mitzumachen, ist gesunken. Ich fühle mich im Moment eher verraten und verkauft. Wir niedergelassenen Ärzte haben nur mehr Verschlechterungen sowohl im medizinischen als auch im finanziellen Bereich hinzunehmen.Ich fühle mich nicht mehr als freier Unternehmer, sondern als reiner Befehlsempfänger ,der meistens zu spät über Neuerungen infomiert wird und sie dann ,egal was es kostet, sofort umsetzen muss. z.B: ABS Sytem angeblich ab 01.07.06 verpflichtend oder vielleicht doch nicht.?!? Noch habe ich ausreichend Selbstachtung, um diese Geschehnisse der letzten Jahre nicht widerspruchslos hinzunehmen. Ich fordere die Standesvertretung auf, endlich nach vielen Worten auch Taten zu setzen.

Dr. Michael Wendler aus 8046 Graz:

Anläßlich der Zwangsbeglückung mit einer Hochglanzbroschüre des Wirtschaftsbundes sah ich mich veranlasst, an dessen Präsidenten Dr. Leitl folgenden offenen Brief zu faxen: Sehr geehrter Herr Präsident! Verschonen Sie mich bitte mit solchen Hochglanz-Selbstbeweihräucherungs-Broschüren wie die neulich mit dem Titel "Entlastung". Ich betreibe eine Arztpraxis mit einer Ordinationshilfe und bilde noch zusätzlich (auf meine alleinigen Kosten) seit 13 Jahren junge Turnusärzte aus. Und dann muß mir zu Ohren kommen, dass es Idee des Wirtschaftsbundes gewesen sei, unsere Honorare der Gewerblichen Krankenkasse per Gesetz radikal zu kürzen. Da greift die Bezeichnung "das wäre eine Sauerei" wohl weit zu kurz. Nämlich in einer Zeit, wo mir e-card und elektronische Bewilligung in den letzten 18 Monaten Zusatzinvestitionen bei Hard- und Software von 7000,- € verursacht haben, die mir NIEMAND ersetzt. Ich lade Sie herzlich ein, uns beim Delegiertentag der Österreichischen Ärztekammer am 23.6. in Graz zu besuchen, um meinen und unseren Zorn zu hören.

Ordinationshilfe Lydia Androsch aus 1100 wien:

Lese heute in der Kronenzeitung, daß E-card Ärzten Geld spart in Form von 20 Arbeitsstunden weniger pro Monat. Diese Studie wurde angeblich von Hauptverband und Ärztekammer erstellt. Ich arbeite seit über 15 Jahren als Ordinationshilfe, dzt. bei einem Facharzt und ich brauche pro Arbeitstag ca. eine 1/2 Stunde mehr Arbeitszeit. Und dieses, obwohl ich sicher noch schneller arbeite, damit die Patienten nicht zu lange bei mir warten müssen. Diese ca. 1/2 Stunde gilt aber nur, wenn kein größeres Problem mittels E-card auftaucht. Und seit ABS hat sich mein Arbeitsaufwand noch einmal erhöht. Woher ein Plus von 20 Stunden kommen soll, ist mir ein Rätsel. Und für Patienten ist es auch völlig unklar, wann die E-card reicht und wann sie zusätzlich eine Überweisung brauchen.

Dr. Siegfried Hartmann aus 6830 Rankweil:

Einen Oberbürokratie-Oskar sollten jene Beamten in der BVA bekommen, denen einfällt, Arbeitsunfähigkeitsformulare ihren Versicherten zuzusenden, statt den Ärzten!!! Seit über einem Jahrzehnt hält die EDV in den Praxen Einzug, die Bürokraten der "Krankenkassen" halten eisern an jedem ihrer "Papiererln" fest. Wahrscheinlich unter der Oberschirmherrschaft des Hauptverbands. Wann kommt endlich ein EDV taugliche Lösung, die nicht jeder Softwarefirma tausende Arbeitstunden aufbürdet!!!

dr peter matscheko aus 8607 kapfenberg:

Apropos Krankmeldung: bei den Eisenbahnern 4faches Formular Den Kurantrag mit der Hand(ärzteschrift) auszufüllen ist weniger aufwändig als das elektronische Formular. Erstattungskodex: kam damals am 27.12. , mit dem Vorwort der Ministerin, in dem sie sich bei den Mitarbeitern des Hauptverbandes bedankte , das Werk noch rechtzeitig fertiggestellt zu haben. Ein ,,sehr geehrter Herr/Frau Doktor'' kam erst Wochen später in einem eigen Schreiben an uns. Speed kills. Eine Patientin hat mich verlassen. Ihre die Überweisung für ein CT holende Schwiegertochter konnte nicht verstehen, daß wir ja verpflichtet sind, die fachärztliche Anordnung zu überprüfen.(,,bei meinem Arzt bekomm ich so etwas gleich'') Dazu muß ich leider in den Befundordner hineinschauen, die ,,Zettelholerin'' drängt sich also vor, andere Patienten mit ihren Anliegen müssen warten, bis wir Sachen erledigt haben für die früher die Patienten zum Chefarzt mussten. Eigentlich sollte ich mich klonen: ein Doktor für die Kranken und einer für die Formulare.

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

nachdem ich in der gestrigen kronenzeitung gelesen habe, wieviel zeit ich mir durch die e-card erspare und wieviel geld ich dafür bekommen habe, muß ich dem jetzt aber wirklich widersprechen. seit einführung der e-card arbeite ich täglich 1-2 stunden länger und habe bisher keinen cent dafür bekommen. es würde mich auch interessieren, wo die millionen von euros hinfließen. die patienten werden weniger, da sie ja jetzt überall die e-card stecken können und als regelfall abgebucht werden. also begann ich mit viel elan gesundenuntersuchungen zu machen. und was lese ich heute im ärztemagazin? die kassen in wien und OÖ starten ein pilotprojekt, um zielgerichtete einladungen zur Vorsorgeuntersuchung an patienten, die schon 2 jahre bei keiner VU waren, zu senden. die einladung wird ja sicherlich ins ambulatorium sein und da in den GKK ambulatorien 3x soviel gemacht werden darf wie in den niedergelassenen ordinationen, werde ich diese patienten auch nicht mehr sehen. aber dafür darf ich dokumentieren, und bewilligen lassen und telephonieren und bitten und betteln und bekomme dafür NICHTS entgolten!!! und überprüft werde ich dafür auch und evaluieren muß ich mich auch lassen. mir gehts eigentlich eh gut. schönes wochenende an alle

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

jeden freitag nachmittag das selbe problem: patient kommt nach myocardinfarkt aus dem AKH. bekommt von dort plavix und sortis 40 mg verordnet. 1. bewilligungs versuch ... abgelehnt. erbitte vortherapie stellungnahme zu generica sowie aktuelle labor befunde 2. bewilligungsversuch .....auf meine frage, was darf ich aufschreiben, antwort: das ist ein problem; immer zuerst grünboxpräparate. erst wenn diese keine wirkung zeigen, gelbe box bis zur klärung der lipidwerte. vortherapie generikamöglichkeit. einzelfallentscheidung für 1 monat sortis. das macht mich ganz wahnsinnig das ganze theater dauert 45 minuten !!!! jetzt muß der patient wieder zum internisten ins labor usw dann versuchen wir medikamente, die nicht helfen und erst dann gibts sortis! ist das noch normal ?????

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

und jetzt das beste erlebnis des heutigen tages 16.6. 06 die wgkk lädt ein zur ABS informationsveranstaltung: termin Di. 20. 06.06 oder Mi. 28. 6. 06 ein anmeldumg mittels fax für termin Mi. 21. 06.06 oder Di. 27.06.06 welcher termin ist jetzt richtig???? bei soviel ABS sind koordinations probleme vorprogrammiert. schade, dass ich nicht einmal anrufen kann, weil jetzt ist leider niemand mehr da.....................

Dr. Gerald Königer aus 7341 M. St.Martin:

Mein Problem hat nur indirket mir der "neuen" Bürokratie zu tun. Ich ärgere mich aber trotzdem dauernd. Ich hatte in meinem Haus ein gut funktionierendes Netzwerk installiert - ich hatte mir deshalb angewöhnt, abends nach Ordinationsschluss von meinem Büro aus am Ordi-Computer zu arbeiten, bzw. die Buchhaltung (am Büro-PC installiert) mache ich am Ordi-PC. Durch die Installation des E-Card Netzwerkes in der Ordination mit den neuen IP-Adressen funktioniert mein gutes, altes Netzwerk an den Ordinationscomputern leider nicht mehr. Und ein weiterer neuer Router, um die beiden Netzwerke mit Umschalter zu kombinieren - das EDV-Referat der Ärztekammer für Kärnten hat eine solche Lösung kreiiert - ist mir einfach zu teuer (über € 600.-). Wenn ich nun am OrdinationsPC die Buchhaltung mache, muss ich jedesmal am PC die IP-Adressen händisch ändern. Das ist zwar komplizierter, aber bei weitem billiger. Für ein Funk-Lan Netz sind im Haus zu viele Kaberln verlegt.

Dr. Thomas Plunger aus 4982 Obernberg:

In den letzten Monaten ist der administrative Aufwand gigantisch gestiegen. Durch das Ausfüllen von sachlich nicht begründbaren Genehmigungen, Einholen von Facharztbefunden , Dokumentation von jedem Käse werden viele Stunden Arbeitsleistung von hochqualifizierten Personen verheizt. Das wirklich Traurige an der Sache ist die unheimliche Frustation, die dabei entsteht. Im Zentrum der medizinischen Tätigkeit steht immer mehr der Selbstschutz und immer weniger der Patient. Die volkswirtschaftlichen Konsequenzen sind enorm. Bürokratische Schikanen sollten wie Mobbing oder Stalking als neue soziale Probleme betrachtet werden. Die Verursacher sollten entsprechend ausgeforscht und zur Verantwortung gezogen werden.

Dr. Thomas Rössler aus 1210 Wien:

Ich empfinde mich nur mehr als Medikamentenverwalter aber NICHT mehr als Medikamentenverordner !!!!!!!!!!! (und das nach 21 Jahren Praxis )

Erika Schroll aus 8073 Neuseiersberg:

Leider gehöre ich zu den Menschen, die sehr schwer krank sind und viel ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muß. Dadurch habe ich auch einigen Einblick in Arztpraxen und Spitalsambulanzen. Warum ist es nicht möglich Ärzte durch günstigere Schreibkräfte zu entlasten (Preis - Leistungsverhältnis)? Ich beobachte immer wieder, wie sich Ärzte mit dem Computer herumplagen, was eine Schreibkraft in kürzester Zeit erledigen könnte, und somit die wertvolle Zeit eines Arztes dem Patienten zu Gute kommen könnte.

Christine Hausknost aus 5020 Salzburg:

Ernähre mich seit Jahren bewußt und gesund, benötige aber trotzdem ein Mittel gegen zu hohes Cholesterin, das jahrelang bewährt eingesetzt wurde. Aufgrund der Umstellungen wurde das Medikament nicht mehr erlaubt und so mußte ich fast 1 Jahr die sg. Generika ausprobieren, dazwischen wieder Blutabnahmen zur Kontrolle. Fazit: die Leberwerte sind enorm gestiegen, die Choesterinwerte sind gestiegen - keine wie auch immer nur geartete Verbesserung!! Letztendlich hat die SGKK das altbewährte Medikament wieder bewilligt. Anm: bin 60 Jahre, fühle mich jetzt wieder wohl, gebe nur zu bedenken, daß ein älterer Mensch diese "Behandlung" nicht ausgehalten hätte! Mein Arzt tat mir schon leid, ob der vielen "Unannehmlichkeiten", die wirklich zeitraubend und unnütz sind und vor allem zu Ungusten auch der Patienten ausgeführt werden müssen!!

Dr. Gottfried Prenninger aus 6135 Stans:

Im Statement vom Kollegen Dr.Wawrowsky werden einige wichtige Bürokratieverursacher aufgezählt. Ein großer Brocken allerdings fehlt hier und zwar der admin. Mehraufwand, der durch die E-Card entstanden ist. Ein ganz besonderes highlight in dieser Richtung ist bei Fremdpatienten(Vertretung) die Abfrage, ob die Vertretung wegen Urlaub,Krankheit,Fortbildung,Nichterreichbarkeit,usw. des Erstbehandlers erfolgt. Fehlt gerade noch ,dass man ausfüllen muss,an welcher Krankheit der Kollege leidet oder warum er gerade nicht erreichbar ist !!! Die Absicht hinter diesen Fragen ist wohl offensichtlich ! Und vor allem :es kostet Zeit . Warum müssen wir uns das gefallen lassen ?!

Dr. Peter Kaserer aus 5020 Salzburg:

ABS, ein Medikament (Tracleer),das die Patientin - von einer Fachabteilung erstverordnet- seit Monaten einnimmt, wird abgelehnt, mit dem Ersuchen um einen Krankenhausbefund. Nach 2 Tagen ist die ablehnende Kollegin tel. erreichbar. Ich weise darauf hin, daß der KH-Befund der Krankenklasse bereits vorliegt. Die Kollegin antwortet, die Befunde würden "irgendwo abgelegt" und sie hätte keinen Zugriff, aber ich solle das Rp. nur noch einmal faxen, sie würde es schon bewilligen, wenn die Patientin das ohnehin schon länger nimmt. Zeitaufwand für mich: mind 30 Minuten. ABS habe ich mir anders vorgestellt. Wie sieht es mit der Dokumentationspflicht der Kassen aus? Müssen wir einen entscheidenden Befund (eigenen oder fremden) immer wieder vorlegen, weil die Kasse ihn nicht mehr findet???

Dr. Maria Bachernegg aus 8240 Friedberg:

Habe große Schwierigkeiten mit der Bewilligung eines Hyaluronsäurepräparates zur Augenbenetzung bei einer Patientin mit schwerer Sklerodermie. Sie hat ein ausgeprägtes trockenes Auge und würde diese Tropfen dringend als Dauertherapie brauchen . Der Grund dieser Therapie ist vorallem die Unkonserviertheit des Präparates sowie die langfristige Zellprotektion des Binde- und Hornhautepithels, da eine intensive Therapie erforderlich ist. Das Präparat wurde leider schon 3x abgelehnt (die Pat. bezahlt es derzeit selbst), obwohl von meiner Seite intensiv und sachlich interveniert wurde. Der Zeitaufwand dafür ist immens. Ich habe nun eine Literatursuche gemacht mit Hilfe von Frau Prof. Horwath (Augenklinik Graz) und bin nun dabei, diese dem zuständigen Bewilligungsazt (Burgenland) zukommen zu lassen. In der Steiermark gibt es diese Probleme nicht -problemlose Bewilligung.

Dr.med. Heinz Kraber aus 8451 Heimschuh:

Pat.mit renaler Anämie;Ansuchen über ABS um Genehmigung von Neorecormon 10000 IE zur s.c.Inj.;Z.n.intermitt.Hämodialyse;Antwort Chefarzt:keine Bearbeitung-Dialyseinstitut stellt EPO-Med.zur Verfügung;meine Rückantwort:Dialyse ist bereits beendet;Antwort Chefarzt:keine Bearbeitung:wo wurde Dialyse durchgeführt;meine Rückantwort:I.Med.Univ.Klinik;Antwort Chefarzt:keine Bearbeitung-Blutbild erbeten;Neuansuchen nach Vorliegen des Befundes und schließlich doch Genehmigung.Ein Albtraum...

Dr.med Wolfgang Lischka aus 2352 Gumpoldskirchen:

Mit der heutigen Post erhielt ich ein Ergänzungsheft für den EKO. Im Jahr 2005 erhielten wir wenigstens eine vollständig überarbeitete Neuauflage des EKO. Mit dem aktuellen Heftchen muss ich nun bei Visiten in der "veralteten" EKO-Ausgabe vom Jänner 2006 und im neuen Ergänzungsheftchen nachsehen, also 2 Inhaltsverzeichnisse studieren. Wieder geht mehr Zeit für Unnötiges drauf. Wurde uns nicht von Seiten des HV 2 x im Jahr ein EKO zugesagt?

Dr.med Wolfgang Lischka aus 2352 Gumpoldskirchen:

Zwecks Verordnung eines Spezialverbandes (Hydrokolloid) versuchte ich eine Bewilligung über ABS zu erhalten. Die Antwort lautete, ich müsste alternative Wege der Bearbeitung wählen (Post, Fax), da es sich nicht um ein Medikament handle. Als ich die VO dann faxte, wurde diese zwar bewilligt, aber als Zusatz war zu lesen, ich möchte doch bitte in Hinkunft das ABS verwenden. Ziemlich grotesker Briefverkehr finde ich. Außerdem viel zeitlicher und zusätzlicher finanzieller Aufwand; zuerst ABS, dann zusätzlich gefaxt.

Dr.med. Alfred Fegerl aus 4141 Pfarrkirchen i.M.:

1)Bei der OÖ.GKK muß man beim Spülen beider Ohren (Cerumen) immer eine Begründung angeben! Darüber ärgere ich mich jedesmal beim eintragen. Oder man sagt dem Pat.: ich darf Ihnen bei Ihrer Kasse nur 1 Ohr pro Tag spülen! 2)Es ist lächerlich, daß es eine eigene Position für Abendvisite (20.00- 22.00h) gibt, und die Nachtvisite erst ab 22.00 gilt. Jeder Nachtdienst im Spital oder in Firmen beginnt um 19.00 oder 20.00h! 3) Eine Frechheit ist auch die Regel,daß eine Ordination außerhalb der Zeit erst 1,5h nach Ordinationsende oder nur bis 1,5h vor Ordinationsbeginn verrechnet werden darf.Dann hört man, daß die Pat. einkaufen sind oder das Kind noch seinen Mittagsschlaf hält etc., Die Kasse soll ihre Versicherten besser erziehen!

Dr. med. Reinhard Gruber aus 3363 Ulmerfeld-Hausmening:

Leider kein Einzelfall-Bericht. Patient wird von Herzchirurgie nach Bypass-Op. entlassen. Der Primararzt stellt ihm ein gültiges Rezept zum Bezug der Arzneimittel für die Apotheke aus. Es ist ein Re1 Medikament dabei. Dieses expediert der Apotheker wegen fehlender Bewilligung nur gegen Einsatz. Seit 10 Tagen versuche ich nun für den Patienten ein bewilligtes Rezept zu bekommen. Da ja auch das Krankenhaus (Primararzt) Dokumentationspflicht besitzt, habe ich auch dort mit dem Oberarzt gesprochen um Unterstützung zu erhalten. Seit 15. Juni 2006 nur Frust.

Dr. Wolfgang R. Wiesinger aus 2136 Laa:

Während der Sprechstunde benötige ich mehr und mehr Zeit für den Blick auf den Bildschirm. Bei aller Routine und technischem Know How. Den Blick auf meinen Patienten vermisse ich leider zusehends, weil die Administration exorbitant aufgebläht ist. Ist das die "Medizin neu"?

Dr. gerhard antensteiner aus 8650 kindberg:

Ich bin seit 22 Jahren als niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin tätig und führe seit ca 5 Jahren ohne Unterbrechung eine Lehrpraxis. In diesen 5 Jahren konnte ich die "gesetzliche Förderung " bisher nur für insgesamt 3 Monate in Anspruch nehmen, da das zuständige Ministerium großartig Förderungen beschließt, aber dann kein Geld zur Verfügung hat, diese auch zu bezahlen. In diesen 5 Jahren habe ich die Ausbildung der Turnusärzte faktisch ausschließlich aus meiner Tasche bezahlen müssen, was ich skandalös finde.

Dr. med. univ. Peter Gungl aus 8324 Kirchberg an der Raab:

Seit April verwende ich das ABS zur Einholung der CH-Bewilligungen. Bei der folgenden Hausapothekenabrechnung wurden die ABS-bewilligten Medikamente von der Stmk-GKK zurückgewiesen, und die Originalrezepte angefordert, weil die Heilmittelabrechnung (im gleichen Haus!) keinen Zugriff auf die ABS-Daten hat und es zu viel Arbeit mache, wegen der vielen Rezepte jedesmal dort mündlich nachzufragen (O-Ton der Sachbearbeiterin). Fazit: die "papierlose und unbürokratische" ABS-Bewilligung macht mehr Arbeit als die umständliche Fax-Bewilligung. Und der Hausapotheken führende Arzt erledigt die Arbeit der unfähigen GKK-Bürokratie.

Chefarztpflicht & Praxisalltag Josef Riedmann aus 6632 Ehrwald:

Chefarztpflicht und Praxisalltag Gestern vormittag wurde ich während der Ordination zu einem Patienten mit einer anaphylaktischen Reaktion nach NSAR-Einnahme gerufen. Nach entsprechender Behandlung hat sich der Patient gut erholt und konnte zu Hause bleiben. Um 18.00h, unmittelbar vor Praxisschluss, rief ein Patient an, er habe einen Anfall, er werde gleich kommen und legte den Hörer auf. Nach gut 15 Minuten kam der Patient schwitzend mit Quaddeln am ganzen Körper und Atemnot. Auch diesen Patienten habe ich entsprechend behandelt und – obwohl längst in meiner Freizeit – überwacht, bis er sich gänzlich erholt hatte. Diesem Patienten habe ich ein Rezept für Fenistil Ampullen geschrieben und an die TGKK zur Bewilligung eingeschickt. Heute kam des Rezept zurück mit dem Vermerk: Keine Kostenübernahme durch die TGKK möglich. Erbitten kostengünstigere Alternative aus der G-Box, z.B. Dibondrin. Gez. Dr. Kathrin Pirker. Dazu muß man wissen, daß der Kassenpreis für 1 Packung Fenistil Ampullen 5.20 EURO beträgt, davon der Patient 4.60 EURO Rezeptgebühr bezahlt, der Kasse somit noch lächerliche 60 Cent an Aufwand verbleiben. Nachdem der erste Zorn verflogen war, habe ich Frau Dr. Pirker angerufen, die mir den freundlichen Vorschlag machte, ich sollte doch ein anderes Präparat verwenden, weil Fenistil in der No-Box ist, sie es deshalb nicht bewilligen darf. Auf meinen Einwand hin, daß ich seit fast 20 Jahren in der Praxis Fenistil verwende, damit gute Erfahrungen habe und für mich kein Grund bestehe, ein mir nur auf dem Papier bekanntes Präparat zu verwenden, meinte sie: dann schreiben Sie das doch alles auf das Rezept und schicken Sie es nocheinmal. Dazu nur eines: Ich bin Arzt und nicht Schriftsteller! Gewiß, formal hat Frau Dr. Pirker richtig gehandelt. Ob sie damit irgendjemand etwas Gutes tut, ist eine andere Frage. Ein No-Box Präparat darf nicht bewilligt werden, auch wenn es sich schon lange in der Praxis bewährt hat. Die wahre Ursache des Dilemmas liegt im Erstattungskodex, in den von einer Arzneimittel-Evaluierungs-Kommission Medikamente aufgenommen bzw. aus diesen verbannt werden. Ich befürchte, daß in dieser Kommission zahlreiche kluge Köpfe sitzen, die kaum jemals einen Patienten in Natura gesehen haben. Über die Sinnhaftigkeit und Praxisuntauglichkeit des EKO wurde schon viel geschrieben, deshalb möchte ich mich nicht auch noch darüber auslassen. Ein Ergebnis hat die ganze Angelegenheit für mich auf jeden Fall gebracht: ich werde ab sofort auch öfters formal richtig handeln und bei einem Notfall in meiner Freizeit einfach die RK-Leitstelle anrufen. Diese pflegt in so einem Fall gewöhnlich den Rettunugshubschrauber zu schicken. Dann wird der Patient notarztbegleitet qualitätsgesichert und kontrolliert und einsatzdukumentiert ins Krankenhaus geflogen und ich brauche keinen Chefarzt wegen ein paar Ampullen belästigen. Hat alles nur Vorteile! Es wird halt ein bisserl mehr kosten - so um die 2000.- EURO -, aber wen kümmert das schon. Dr. Josef Riedmann Ehrwald 28.06.2006 Verteiler: BM Gesundheit und Frauen Wien Hauptverband der Sozialversicherungsträger Wien Österreichische Ärztekammer Wien TGKK Direktion Ärztekammer Tirol Landärztereferat ÄK Tirol Bügermeister Gemeinde Ehrwald Interessierte und betroffene Kollegen/innen

Manfred Latzer aus 6804 Altenstadt:

Hallo, mein Sohn hat eine chronische Erkrankung und braucht ein Medikament mit 4 Pillen am Tag. Wir haben auch eine Sonderdauergenehmigung. In einer Packung sind aber nur 14 Stück. Das heißt, dass es nicht mal eine Woche reicht. Wir bekommen zwar immer 2 Packungen, müssen aber fast jede Woche zum Arzt und dann zum Apotheker wegen der Medikamente. Ist dieser Arzt einmal mehrere Wochen im Urlaub, sind wir darauf angewiesen, dass wir vom Apotheker das Medikament bekommen ohne Verschreibung. Das ist eine absolute Frechheit. Die Idioten verkleinern auch laufend die Packungen, die man bekommt. Naja. Es wird zwar nicht viel nützen bei unserem Staat, trotzdem hab ichs mal reingeschrieben.

Dr.med. Reinhard Aumayr aus 4072 Alkoven:

Heutige Aussendung der kleinen Kassen zum ABS: Wer begreift all diese Regeln, die bei Nichteinhaltung Haftungsfolgen haben werden , überhaupt. Bundeskassen und Länderkasse, Wo ABS wo Doku. Wer kann diesen Wahnsinn endlich stoppen? Delegiertentag in Graz war ganz ermutigend! Nun müssen aber rasch gewichtige Daten folgen, sonst war es nur Strohfeuer.

dr. sylvia tiedemann aus 1100 Wien wien:

ich hatte gestern am 1. tag im neuen quartal einen totalabsturz des gesamten e-card programmes. ich habe fast 3 stunden mit der e-card hotline telefoniert und die freundlichen damen haben mir erklärt, dass meine leitung völlig in ordnung sei. ich soll einfach meinen systemadministrator fragen, was hier nicht stimmt. da ich leider noch keinen systemadministrator neben meinen 3 ordinationshilfen eingestellt habe, wollte ich schon zu weinen beginnen. aber welch glück, der 4. herr an der e-card hotline konnte helfen und plötzlich hat alles wieder funktioniert. alles leider auch nicht, denn heute konnte ich zwar rezepte mit abs wegschicken aber leider nicht mehr im programm nachschauen, ob es auch bewilligt wurde.

dr sylvia tiedemann aus 1100 wien:

liebe kollegen in der ärztekammer ! ich ersuche höflichst die forderungen der ärzte resolution, die in graz beschlossen wurden ins netz zu stellen, damit alle ärzte unterschreiben können und dass diese petition dann an das gesundheitsministerium geschickt wird. Da so etwas vor kurzen bei der "hundstrümmerl aktion" grandios funktioniert hat, bin ich zuversichtlich, dass dieses noch einmal klappen könnte vielen dank liebe kollegen, falls die ärztekammer so eine aktion schaffen sollte bitte ich um zahlreiche unterschriften vielen dank und liebe grüße falls mich jemand kontaktieren möchte, ist das unter sylvia@netkey.at möglich

Dr.med. Karl Hans Steiner aus 9500 Villach:

Sehr geehrter Herr Ärztekammerpräsident! Lassen Sie sich bitte von vorauseilend Gehorsamen und Obrigkeitslobhudlern vom Schlage eines Herrn Dr.Rasinger nicht beirren. Bekämpfen Sie weiterhin keine Symptome, sondern in guter ärztlicher Tradition die Ursache der Misere an ihren Wurzeln. Zu dieser "Radikalität" kann ich Sie nur beglückwünschen. Für den noch nicht verrückten Teil der medizinischen Zunft spreche ich Ihnen meine Hochachtung aus. Mit lieben Grüßen Dr. Karl Hans Steiner

Dr Elisabeth Steiner Riedl aus 9991 Doelsach:

Habe heute 3x Rezept für Lyrica 150mg zur Bewilligung senden müssen, 2x abgelehnt, obwohl im vorigen Jahr auf mehrmalige Schreiben und Telefonate (!) eine Langzeitbewilligung ausgestellt wurde und die Patientin mit einer bisher therapieresistenten Gesichtsneuralgie mit dieser Medikation seit 2 Jahren erfolgreich behandelt werden konnte.

Prim. Dr. Alfons Dobersberger aus A- Vöcklabruck:

In der Ambulanz und bei Aufnahmeuntersuchungen verbringt der Arzt ca 50% seiner Zeit mit Administration und Dokumentation. Unterstützung von anderen Berufsgruppen ist von deren Vertretungen nicht vorgesehen. Der Spruch " das ist nicht meine Aufgabe" ist symtomatisch und zeigt eine nicht mehr tragbare / ertragbare Entwicklung der Zusammenarbeit in Krankenhäusern auf. Die Ärzte sollen alles selber machen, z.B. auch gleich Termine vergeben, "weil die patientenbezogene EDV-Seite ja ohnehin schon geöffnet ist".

Dr. Ursula Vallazza aus 2340 Mödling:

1. Installation der ecard Leitung, Ginabox,... etc : 3 Termine waren notwendig, da der erste Techniker ein Kabel nicht fest genug eingesteckt hatte ( alles natürlich in meiner Freizeit). 2. bisher 2x "Ginabox aufgehängt", hotline hoffnungslos überfordert, da dort kein Fehler gefunden wurde = 1,5 Std unnötiges Telefonat, derweil de facto Stillstand in der Praxis, damit nochmals stundenlanges " Nacheingeben" der Patienten. Fazit: Ich rufe die hotline nicht mehr an, da ich alles,was mir dort gesagt wird, sowieso schon weiß. ( Ich bin FÄ für Kinder - und Jugendheilkunde!). Im Bedarf löse ich das Problem, wenn nicht überhaupt alleine, dann mit meiner Softwarefirma. 3. Medienberichterstattung zum Thema ecard: "die Ärzte" haben angeblich zig Millionen € erhalten ?!? Ich habe bisher nur Kosten gehabt (siehe pkt 1), dass mein altes EDV-System obwohl erst 2002 gekauft, die ecard leider nicht "verdauen" konnte, ist halt mein Pech, Umstiegskosten für Mehrplatzsystem ca 7000, weiters laufende monatl. Kosten des Providers, erhöhte Wartungskosten der Softwarefirma ( zusätzliches Modul,..). 4. Die Aktualität der ecard daten läßt sehr zu wünschen übrig. Babys warten mehrere Wochen nur auf die SV Nummer (Bub, geboren 3.5.06 hatte bis gestern 14.6.keine Nummer!)= Abrechnungsverzögerung. 5. Pat, VAE versichert, RF ok, wird nicht bezahlt, da die VAE noch " nichts von ihm weiß"," wird Ihnen eh nachvergütet", aber wann?! 6. Überhaupt Zahlungsmoral der KK: Ich verstehe nicht, warum wir Ärzte der GKK immer 6 Monate Zahlungsfrist einräumen: mit ecard wird jeder Besuch sekundengenau registriert, daher sollte auch die Abrechnung wenigstens monatlich erfolgen!!!! 6a:Da in der Stadt mehrere Asylantenheime eingerichtet sind, habe ich viele Flüchtlingskinder zu behandeln: manche auf GKK, einige auch Sozialhilfe: bisher: Heimarzt stellt ÜW aus, fast jeder hatte seinen Schein mit. JETZT: die KS, die gebracht werden, falls überhaupt, sind das Papier nicht wert, Sozialhilfescheine werden ausgestellt, der Patient bekommt zwischendurch Asyl und GKK , daher ÄK nicht mehr zuständig, wird zurückgewiesen, Einreichen bei der nächsten GKK Abrechnung, bezahlt wird dann nochmals 3 Monate später, und da weniger als schon vorher angewiesen. ( So geschehen 2. Quartal 2005 !!, 2 Kinder vom April 2005 wurden bisher überhaupt noch nicht bezahlt !!) Legt man es darauf an, dass ich aufgebe, die Centbeträge zu kontrollieren und einzumahnen, weil der Aufwand wesentlich höher ist, als das Resultat?! Ich gebe nicht auf, weil es mir ums Pinzip geht.

Dr. Ursula Vallazza aus 2340 Mödling:

ABS positiv: CF patient vom Kollegen läßt " Wunschliste" Medikamente da, ich gebe es nach Ordinationsende ein, da mir keine Vorbefunde vorliegen,... Am nächsten Morgen ist alles bewilligt, die Mutter holt das Rezept und geht strahlend in die Apotheke ("So schnell war das mit dem Faxen noch nie"). ABS negativ: 8Jährige mit Immunmangel, betreut im AKH, hat trotz mehrfacher Immunisierung ( bisher tw selbst bezahlt) keine ausreichenden Titer, ABS lehnt ab, soll alles mit Befund " alternativ" gesendet werden. Ab an BVA 5.7. bis 14.7. noch keine Antwort.

Dr. Wolfram Heidinger aus A-8430 Leibnitz:

AU Meldung eines Patienten, der in der BRD arbeitet und hier ansässig ist. AU wurde normal ausgestellt, über GKK bearbeitet. 3 Monate später wird durch GKK ein 3-seitiges Formular (E116) übermittelt, das ausgefüllt werden muss (händisch, da bei uns nicht vorhanden) und an den deutschen Krankenversicherungsträger übermittelt werden muss!

Dr. Gerhard Zeck aus 8582 Rosental:

Ich versehe Wochenenddienst für die gesamte Bevölkerung zwischen Voitsberg und Kärnten. Ein Patient kommt Samstag abend in die Ordination, um sich Diamox Kps.(~€ 3,-/Packung) verschreiben zu lassen, die er lt. Augenklinik Graz unbedingt nehmen müsse. In den Apotheken Pichling und Ligist ist laut meiner telefonischen Nachfrage dieser Wirkstoff nicht lagernd und kann bis Montag(!) besorgt werden. Der Notdienst versehende Apotheker des LKH Graz ist auf der Heimfahrt und die Verständigung dadurch erschwert. Die Dipl.Schwester der Augenklinik fragt liebenswürdigerweise den Lagerstand der diensthabenden Grazer Apotheken ab (nicht lagernd) und erzählt mir, dass die Abgabe von Medikamenten aus Klinikbeständen mit Entlassung sanktioniert werden kann, fragt aber die diensthabende Oberärztin, ob nicht eine Ausnahme gemacht werden könne. Ich schlage vor, den Patienten zur Verabreichung einer Kapsel im Wert von 10 Cent stationär aufzunehmen und ihn dann gegen Revers zu entlassen. Während dieser über eine halbe Stunde dauernden Intervention geht das Wartezimmer über, Kinder mit Ohrenschmerzen brüllen und ich mache mir Gedanken über die Wurzel dieses Übels: -Sind die Apotheker außerstande, angesichts der Genericaflut alle erforderlichen Medikamente auf Lager zu haben? -Wie ist es zu rechtfertigen, dass der Apothekengroßhandel die diensthabenden Apotheken am Wochenende nicht mehr beliefert? -Welcher Gesundheitsökonom würde im Falle eigener Bedürftigkeit dieses Spiel auf seinem Rücken austragen lassen? -Wer zwingt uns, diese menschenverachtende Entwicklung durch unser Mitmachen zu ermöglichen? Antwort erwünscht!

Dr. Ingrid Aistleitner aus 8047 Graz:

Gott sei Dank haben wir die e-card Jetzt dürfen wir für jeden Patienten extra einen Krankenschein ausfüllen.

Dr. Willy Kellner aus 1060 Wien:

Ich Arzt als Patient: Fußpilz beidseits, Nagelmykose fast aller Zehen, seit Jahren. Salbenbehandlung oder lokale Pinselung erfolglos, also ist systemisch z.B. Itrabene indiziert. Dieses Medikament ist dann chefarztpflichtig, wenn man sich nicht die Zeit nimmt, einen Termin beim Hautarzt langwierig zu vereinbaren, sondern "rasch" in der Allgemeinpraxis eines befreundeten Praktikers "vorbeischaut" , den ich noch von der Turnusausbildungszeit her als Vertrauten her bestens kenne. Itrabene ist in vier Zyklus einzunehmen (1 Woche, dann 3 Wochen Pause usf., 4x), habe ich mich im Codex schlau gemacht, es wirkt schließlich auch ausschließlich in dieser Einnahmeform. Gehe ich also zu meinem befreundeten Hausarzt, ich gehe nach einem flüchtigen Gruß durch die offene Ordinations-Tür "Servus, Ewald!" sofort mit meinem Wunsch zur Sekretärin. Diese teilt mir mit Bedauern mit, dass pro Verschreibungs-Termin jeweils nur 1 Packung (und nicht die notwendigen vier) chefärztlich genehmigt werden. Aber ich wollte doch gleich vier mitnehmen, weil ich ja von vornherein ohnedies vier für einen erfolgreiche Behandlung alle vier Packungen (s.o.) brauchen werde. Geht aber formal nicht, aha! Das bedeutete sodann einen Zeitaufwand von 4x Arztbesuch im 20.Bezirk plus jedesmal danach Chefarztbesuch im 8.Bezirk. Soviel zu (m)einer banalen Fußpilzbehandlung. Das Procedere, als Arzt zu einer indizierten Medikamenten-Verordnung zu kommen, sollte einfacher gehen als acht(!) Termine bei Ärzten zu blockieren. Meinte ich Naivling. Das war aber unmöglich, ich bin ja schließlich selber nur praktischer Arzt. Und noch dazu Patient, das heißt bekanntlich "leidend"...

Tilla Maria Hahnl aus 1230 Wien:

Habe mitte Februar nach dem Tod meines Vaters schriftlich um Ummeldung der Krankenversicherung gebeten, bis jetzt Mitte Juli, noch keine Antwort bekommen,oder sogar eine Krankenversicherung.

dr christian schwarz aus 3281 oberndorf an der melk:

neue ecard-anekdote, nummer 10978 heute passiert. die namen, versicherungsnummern, geburtsdaten habe ich aus datenschutzgründen geändert. situation: ich habe urlaubsvertretung für viele umliegende ärzte, 12 patienten warten mehr oder weniger geduldig an der anmeldung. soll ich mich auf die einführung der ecard in den spitälern freuen? patientin maier eva kommt mit fiebernder 12-jähriger tochter maier julia, geb. 1.1.1994, schon seit geburt mein patientenkind und seit jeher bei der kfa (krankenfürsorgeanstalt der stadt wien) mitversichert. seit 1 jahr selbstverständlich auch im besitz einer ecard (versicherungsnummer). vor 4 wochen ist der vater julias, der hauptversicherte herr maier, an einem karzinom verstorben. er war 59 jahre alt. frau maier zeigt mir eine neue(!) ecard der tochter julia, die sie vor wenigen tagen unaufgefordert erhalten hat. lautend auf den namen müller julia, versicherungsnummer 5678-010194, also geburtsdatum korrekt, der 4stellige ziffernanteil vor dem geburtsdatum allerdings neu. es handelt sich offensichtlich um eine neuausstellung einer ecard (ziffernfolge auf der ecard 001). nun hat das mädchen aber niemals müller julia geheißen, die mutter allerdings hieß mit ihrem mädchennamen (vor bald 30(!) jahren müller). diese neue ecard gesteckt: antwort des ordinationsprogramms: neuer patient, soll er „aufgenommen“ werden? soll er natürlich nicht, die mir seit 12 jahren „physisch“ bekannte julia soll nicht neu aufgenommen werden und ich soll alle karteinformationen bisher verlieren.... probehalber „alte“ ecard maier julia 1234-010194 gesteckt: => kein krankenversicherungsanspruch vorhanden. super! toll! vor allem die unmutsäußerungen der schwitzenden patienten im wartezimmer. das mädchen ist ob ihres hohen fiebers auch schon ziemlich kollapsig. ein anruf bei der chipkarten-hotline, dann bei der kfa, erbringt wenig bis nichts. nur soviel, die neue ecard lautend auf müller julia ist gültig. ich ändere daher als gewiefter edv-mann die stammdaten der patientin maier julia in meiner ordinations-edv auf die neue versicherungsnummer 5678-010194, siehe da, meine edv erkennt die patientin (die versicherungsnummer ist ja eine eindeutige identifikationsnummer!!!?????????), nur belasse ich in meinen stammdaten den bisherigen namen maier. erstaunt bemerke ich, dass das mädchen jetzt bei der sv bauern versichert ist, was auch die mutter erstaunt, immerhin hatte man ihr bei der nachlassverwaltung gegenteiliges mitgeteilt. jetzt erst darf ich das kranke mädchen auf krankenkassenkosten behandeln. wie, wenn ich auf die bisherige krankenversicherung vertraut hätte und ein teures medikament hätte abgeben müssen, wer wäre dafür „gradgestanden“? beim fortgehen bemerkte die mutter: wie sieht das mit julias bruder, renee aus? der hat keine neue karte erhalten. ist aber gottseidank auch nicht krank. probehalber stecke ich die ecard von renee: =>kein gültiger krankenversicherungsanspruch außentemperatur mittlerweile 32,8 grad, temperatur im wartezimmer: exakt 31 grad. fazit: 45 vollkommen sinnlose minuten, verbracht als erfüllungsgehilfe eines systems, das niemandem, außer den „überwachern“ dient. sehr geehrte frau bundesminister: für mich und für viele meiner kollegen sind SIE an dieser unerträglichen Situation (mit)schuld. SIE haben diesen unsinn propagiert und mit lobhudelei übergossen. machen sie ja nicht edv-firmen dafür verantwortlich, dass diese nicht sauber programmieren, oder so ähnlich. dies ist ein systemimmanentes problem, das wohl niemals behoben wird können. ists nicht dieses, dann eben ein anderes. im wartezimmer habe ich wieder einmal alle verärgerten patienten davon informiert.

DR.MED WINFRIED GENSLUCKNER aus 5020 SALZBURG:

EKO SCHIKANEN lAUFEND WERDE ICH ZUM EINSENDEN VON DOKUMENTATIONEN BEI PATIENTEN AUFGEFORDERT, DIE DAS PRÄPARAT JAHRELANG VERWENDEN UND DAS BEREITS FRÜHER X-MAL CHEFÄRZTLICH (DAUER)BEWILLIGT WURDE. DIE KONTROLLORE MÜSSTEN NUR IN DEN EIGENEN UNTERLAGEN NACHSCHAUEN,UM ZU WISSEN WARUM DIE (FOLGE)VERORDNUNG WEITERGEFÜHRT WIRD. SO HABE ICH ABER DAS VERGNÜGEN, MEINE ZEIT MIT DERART SINNLOSEM BRIEFESCHREIBEN ZU VERGEUDEN.

Dr. Ursula Vallazza aus 2340 Mödling:

Lieber Kollege Schwarz aus Oberndorf! Dass mit der Einführung der ecard " neue" Patienten erschaffen wurden, ist auch mir nichts Neues: ( alle Namen erfunden) Beispiel 1: Ali Baba, Flüchtlingskind, hatte bis vor 1 Jahr immer eine FA Überweisung des HA mit, Versicherungsnummer 4711 010196. Er kommt im Herbst 05 erstmals mit der ecard, dort allerdings als Alli Papa. Nun ja, über die Schreibweise ausländischer Namen lässt sich ja diskutieren, allerdings hat er auch eine neue Versicherungsnummer 2812 010196. Um Klarheit zu schaffen, rufe ich bei der GKK an. Ja, beide Versicherungsnummern gibt es ( hat mein Computer auch schon gewusst!), allerdings ist die NEUE Versicherungsnummer gültig, weil zur alten "gehört "ein anderer Versicherter. Habe ich also dieses Kind monatelang bei einem "falschen" Versicherten abgerechnet ?! Woher hätte ich es wissen können ?! Was macht Herr ? in ?, wenn er die GKK - Kostenaufstellung erhält, über " sein Kind, das in Mödling beim Kifa war" ?! Fragen über Fragen. Beispiel 2: Andrea Maier erhält ihre neue ecard. Leider ist im Jahr vor Einführung der ecard ihr Vater Johann verstorben. Die ecard lautet auf Andrea JOHANN mit neuer Versnummer. Mehrere Anrufe der Mutter, auch 1x von mir helfen gar nichts, obwohl der Fehler doch offensichtlich bei der KK, beim HV liegt. Das Kind muß völlig neu erfasst werden!! Leider ist es im Ausland geboren und die Geburtsurkunde muss mühsam über das Konsulat beschafft, beglaubigt, übersetzt,..... werden. War DAS nötig ?!

dr. christian schwarz aus 3281 oberndorf an der melk:

erlebnis ecard nr 10979 patientin, mit sicherheit sozialversichert, weil keine änderung des arbeitsverhältnisses (landwirtin), hat eine ecard, deren rückseite („auslandskrankenschein“) mit 31.7. ausgelaufen ist. am 28.7. war sie bei mir in der sprechstunde, hat ihre karte mit kartenlaufnummer 001 gesteckt -> keine gültige karte. sie hat zu hause bei der ecard-hotline angerufen, dort wurde ihr gesagt, dass eine neue karte bereits abgeschickt wurde. sie antwortet, ich habe aber keine erhalten. am 31.7. kommt sie freudestrahlend in die ordination mit einer neuen karte (laufnummer 002): gesteckt -> keine gültige karte. probehalber nochmals 001 gesteckt: -> keine gültige karte. ich habe selber nun bei der ecard-hotline angerufen: erklärung dort: weil ecard 002 (noch) nicht eingetroffen war, als patientin dort angerufen hatte, hat man 002 vorsorglich gleich einmal gesperrt und karte 003 ausgestellt und abgeschickt. dieses handling dauert ein paar tage, drum ist ecard 003 noch nicht beim patienten......... bravo! vor den vorhang!

dr. christian schwarz aus 3281 oberndorf a.d.melk:

die österreicher sind ecard-fans – heisst es auf der website der ecard....so begann mein heutiges schreiben an rauch-kallat Betrifft: Patientin HEINDL Anna, VersNr xxxx-xxxxxx Oberndorf, 9. August 2006 Meine Patientin ist seit fast zwei Jahrzehnten in meiner hausärztlichen Obsorge. Im Juni 2006 (am 12.6.2006) wurde die Übergabe ihres landwirtschaftlichen Betriebs an den Nachfolger (Sohn Alois) fixiert. Laut Aussage der Patientin wurde ihr dabei mitgeteilt, dass das bestehende Sozialversicherungsverhältnis bei der SVB Nö nunmehr von der Nö GKK (als Mitversicherte) übernommen wird, weil der Ehemann der Patientin ein aktives Dienstverhältnis aufweist. Ein weiteres Zutun ihrerseits ist nicht erforderlich. Wieder ein Mal hat der ecard-Bürokratieschimmel in meiner Praxis gewiehert. Heute, am letzten Tag vor Antritt meines Urlaubs, will meine Patientin ihre Dauermedikamente aus meiner Hausapotheke beziehen. Sowohl die ecard als auch die ocard ergeben keinen gültigen Sozialversicherungsanspruch, die Patientin hängt quasi „in der Luft“. Irgendein Schreibtischtäter hat wohl irgendwo wieder vergessen.....dabei ist die Existenz eines bestehenden Versicherungsanspruchs wohl jedem klar und steht ausser Frage. Wir beide, Patientin und Hausarzt, lassen uns die „Vorzüge“ der vor allem von medialer und ministerieller Seite hochgelobten ecard nicht mehr länger gefallen und handeln diesmal vertragskonform. Ich behandle den Patienten dementsprechend als Privatpatienten und erwarte von den zuständigen Stellen, dass der Qualität, Sicherheit und Kompetenz der ecard-Aussage „nicht krankenversichert“ entsprechend Rechnung getragen wird. Dieser Brief richtet sich keinesfalls gegen meinen Vertragspartner Gebietskrankenkasse, sondern gegen alle diejenigen, vornehmlich im Gesundheitsministerium, die in dem Instrumentarium ecard den Vollzug menschennaher Gesundheitspolitik sehen. Demzufolge wird er in Kopie an die Ombudsstelle der NöGKK, meine Standesvertretung, an das Gesundheitsministerium, an Medien und an viele Kolleginnen und Kollegen verteilt. Mit der Veröffentlichung ihres Namens und der Versicherungsnummer erklärt sich meine Patientin einverstanden.

Franz Fassler aus 3002 Purkersdorf:

Ich habe seit Jugendzeiten einen erhöhten Cholesterin-Spiegel und nehme seit vielen Jahren Sortis. Am 11.8. erhielt ich vom Hausarzt die Nachricht, daß das Medikament vom Chefarzt genehmigt werden muß. Anstelle des Medikaments habe ich einen Überweisungsschein für den Internisten für Überprüfung und Befund erhalten. Ich habe darauf Beschwerde-E-Mails an den chefärztlichen Dienst der GKK St. Pölten, den Ombudsmann und an die Hauptanstalt zur Anforderung eines Bescheides gerichtet. Am 16. 8. erhalte ich ein Mail vom chefärztlichen Dienst, daß das Medikament nicht abgelehnt wurde und kein Antrag von mir zur kostenpflichtigen Übernahme durch die NOEGKK gestellt wurde. Da mein Internist erst wieder am 21. 8. für eine Besprechung für den inzwischen gemachten Blutbefund erreichbar ist, bin ich bis dahin trotz erhöhtem Cholesterinwert ohne Medikament. Die Arztassistentin meines Hausarztes wurde heute von der GKK angerufen, warum sie mir das Medikament nicht gegeben hat. Die sogenannte Gesundheitsreform ist bestenfalls eine Reform zur Leistungskürzung und macht die Patienten kränker statt gesünder, wie in meinem Fall berichtet.

Dr. Christian Sturm aus 5020 Salzburg:

1. Ecard Installation im Mai 2005 durch die Telekom. Plötzlich funktioniert das Telefon nicht mehr, die Nebenstellen lassen sich nicht mehr anwählen. Anfangs hieß es, es läge an meiner (5 Jahre) alten Telefonanlage. Unzählige Telefonate und Technikerbesuche. Schlussendlich war dann doch die Telekom schuld. Einzige Lösung: ein zweiter Anschluss. Einwand: der kostet mich ja noch mehr Geld! Vorschlag der Telekom: einmalige Gutschrift von 300 Euro, als Gegenleistung muss ich aber von Tele2 zur Telekom überwechseln. Zähneknirschend akzeptiere ich. Inzwischen ist es aber schon Oktober 2005! Seither habe ich eine Telefonrechnung von 200 Euro (vorher 70). Und dann müssen wir Ärzte lesen, dass wir so viel Geld durch die ecard bekommen haben. Ich hatte bisher nur Kosten und Ärger. 2. Ich bin Wahlarzt mit kleinen Kassen. Sehr viele Kinder unserer Versicherten arbeiten in den Ferien und sind daher selbst, meist bei der GKK, versichert. Im Herbst dann wieder bei den Eltern (BVA) mitversichert. Es dauert Wochen bis der Versicherungswechsel im ecard System aufscheint. So kommt es häufig vor, dass Kinder noch im Oktober bei uns als nicht versichert aufscheinen, weil wir ja keinen GKK Vertrag haben.

Monika Landauer aus 5020 Salzburg:

Ich habe wegen einem Fußnagelpilz 4 Monate das Medikament „Amical“ (oder so ähnlich) ohne Erfolg eingenommen. Danach begann ich mit „Difluzol“. Das zeigt erste Besserung. Da ich 4 Wochen auf Urlaub gehe und ich allein im Büro bin, muss ich mir meine Termine genau einteilen. Ich ging zu meiner Hautärztin und wolle mir 2 Packungen verschreiben lassen. Mir wurde von der Sprechstundenhilfe mitgeteilt, dass das nicht möglich ist, ich müsste für die 2. Packung noch mal kommen, am nächsten Tag ginge das auch. Das war mir aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Deshalb wollte ich das Rezept von meinem Hausarzt ausstellen lassen, der in meiner Nähe ist. Aber das kann er nicht so ohne weiteres. Nach Rückfrage bei meiner Sozialversicherung, geht das nur, wenn der Facharzt z.B. telefonisch, die bestehende Behandlung meinem Hausarzt bestätigt. Deshalb bat ich telefonisch die Sprechstundenhilfe der Hautärztin, ob sie telefonisch oder per Mail, die Behandlung bestätigen könnte, sie lehnte ab, mit der Begründung, der Hausarzt soll selber anrufen. Das geschah auch und das Medikament konnte mit Verzögerung ausgestellt werden. Jetzt frage ich mich, ob dieser Zeitaufwand, Telefonate von Ärzten und mir, Bestätigung von der Krankenkasse, notwendig und sinnvoll ist. An dieser Stelle möchte ich mich bei der Sprechstundenhilfe meines Hausarztes sehr herzlich bedanken, denn ohne sie hätte ich die Behandlung - vor Wut über so blödsinnigen Schikanen - abgebrochen.

Dr. Michael Mihola aus 1210 Wien:

Eine "nette" Spielart des Systems: Herr XY ist Asylant. Er ist versichert, bekommt aber wie offenbar alle seine Leidensgenossen keine e-card. Gibt man seine Versicherungsnummer ein, bekommt man eine positive Rückmeldung über seinen Versichertenstatus, der Platz für Vor- und Nachnamen bleiben aber leer. Er ist eben bloß eine namenlose Nummer. Beim letzten Besuch fehlt allerdings der Vermerk bzgl. der Rezeptgebührenbefreiung, also bekommt er ein gebührenpflichtiges Rezept ausgestellt. Er erkundigt sich bei der nächsten Bezirksstelle der WGKK. Dort wird ihm sofort ein e-card-Ersatzbeleg mit dem Vermerk der Rezeptgebührenbefreiung ausgestellt. Damit zurück in der Ordination bekommt er den fehlenden Stempel, das e-card-System weiß weiter nichts von der Rezeptgebührenbefreiung. So hält man die Versicherten und die Vertragspartner auf Trab.....

Dr. Heribert Uray aus 8665 Langenwang:

Dokumentation R2 Medikamente: Laut Auskunft d.STGK genügt es nicht, die Begründung auf das Rezept zu schreiben, sondern ich muß die Begründung auch in die Kartei schreiben. Einmal Begründung genügt nicht.!! Das ECard System wird in der Urlaubszeit gewartet und umgestellt, sobald man wieder arbeiten will, muss das System von der Softwarefirma neu eingestellt werden. Chaos pur! Bei Hausbesuch ohne E-card nimmt der Computer den Patienten nicht an, wenn die Vers. Nr. nicht bekannt ist.(Besonders bei Kindern, die schon von früher in der Kartei sind. )

Dr. Ursula Vallazza aus 2340 Mödling:

Neue Variationen zum Versichertenstatus: 1.Baby ist montags noch versichert, Donnerstag nicht, die Woche darauf doch wieder. Wieso ? Weil in der Zwischenzeit die Mutter vom Wochengeld auf Karenzgeld "umgestiegen" ist, der HV, die GKK hinken hinterher... 2.Familie kommt mit 4 Kindern( geschehen am 5.9.06): Erstgeborener 5j Sohn hat überhaupt keine ecard, mit ocard aber RF möglich (GB), zweitgeborene 2j Tochter: hat ecard, funktioniert auch( GN), drittgeborener Zwilling 1 hat ecard, funktioniert, RF (GN), Zwilling 2 hat ecard aber diesmal keinen Anspruch ?!? ( im Juli hatten gottlob alle 4 einen Anspruch!!, dh 3. Quartal ist abrechenbar)

Dr. Oliver Glaser aus 6272 Stumm:

Für die bewilligung von einem eisenpraeparat in parenteraler form waren pro patient jeweils 3 anfragen per abs notwendig. alle anfragen wurden jedesmal von einem anderen kontrollarzt bearbeitet. dauer des bewilligungszirkus` 1 woche.